Franz Bader, 1. Vorsitzender, hofft auf aktive Mitglieder im Vorstand.

Förderverein Bairische Sprache will Dialekt beleben und ist vom Aussterben bedroht

Landkreis Ebersberg - Sie bringen den bairischen Dialekt unters Volk, erinnern schon die Kindergartenkinder daran, dass sie Fleischpflanzerl essen und nicht Frikadellen. Die aktiven Vereinsmitglieder des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte, Landschaftsverband (LV) Ebersberg-Erding, setzen alles daran, um das Bairische vor dem Aussterben zu bewahren - und sind fast selbst vom Aussterben bedroht. Wenn sich nicht bald etwas ändert.

„Wir brauchen mehr Junge“, sagt 1. Vorsitzender Franz Bader aus Markt Schwaben. Im kommenden Jahr steht beim Verein eine turnusmäßige Neuwahl an. Drei Vorstandsmitglieder, darunter auch Bader (68), treten aus Altersgründen nicht mehr an. Ein weiteres Mitglied muss wegen beruflicher Überlastung passen. „Aufgrund der mangelhaften Beteiligung ist es schwierig, eine Vorstandschaft zusammenzubekommen“, klagt Bader. Er wird deswegen in den nächsten Tagen einen Brandbrief an die Mitglieder verschicken, mit dem er aufrütteln und zur Mitarbeit ermutigen möchte. Denn die Alternative sieht düster aus: „Der Teilverband könnte aussterben, falls der Brief keinen Erfolg zeigt.“

Der LV Ebersberg-Erding ist ein Teilverband des rund 3300 Mitglieder umfassenden Gesamtvereins. Zwar weise der LV Ebersberg-Erding mit rund 320 Mitgliedern eine leicht steigende Tendenz auf, wie es kürzlich in der Jahreshauptversammlung hieß. Doch ältere Jahrgänge seien überproportional vertreten. Bader schätzt die Anzahl der Mitglieder in Ebersberg-Erding, die bis 25 Jahre alt sind, auf unter fünf Prozent.

„Das Interesse an der bairischen Sprache ist da“, sagt Bader, „aber wenn man die Leute dann darauf anspricht, aktiv im Verein zu werden, wollen sie nicht. Da heißt es dann, , ich hab’ so viele zu tun und bin schon in anderen Vereinen beschäftigt’.“

Was unter anderem auf die Aktiven in der Vorstandschaft zukommt, fasst Bader zusammen. „Es geht darum, Vorstandssitzungen abzuhalten, Veranstaltungen zu planen und Material für den Rundbrief zusammenzustellen.“ Der Rundbrief werde zweimal im Jahr vom Gesamtverein herausgegeben und beinhalte beispielsweise historische Abhandlungen, Wissenswertes zur Sprachtentwicklung und Texte zum Brauchtum. Auch Besuche in Kindergärten und Schulen gehören zu Maßnahmen, um das Aussterben des Dialekts doch noch abzuwenden. „Ich habe drei Monate lang regelmäßig das Poinger Kinderland besucht und dort bairische Begriffe erklärt“, sagt Bader.

Wenn der LV Ebersberg-Erding im nächsten Jahr keinen Vorstand zusammenbekommt, heißt das im Klartext: „Keine Forschung und keine Veranstaltung mehr.“

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