In diesem Gebäude in der Sportparkstraße sollen die Hortkinder ihre Hausaufgaben machen. Foto: sro

Der Forst wird zum Hort

Ebersberg - Der Ebersberger Forst wird zum Hort. Im September eröffnet der erste Waldhort im Landkreis. Schule, Mittagessen, Hausaufgaben, und dann nichts wie raus in die Natur. Das Konzept kommt an. Fast alle Plätze sind bereits vergeben.

Schulbusse bringen die Kinder von den Grundschulen nach dem Unterricht in die Sportparkstraße 5 in Ebersberg. Dort essen die Schüler gemeinsam. Ob es regnet oder ob die Sonne scheint, wenn die Hausaufgaben erledigt sind, geht es raus in die Natur. Vor der Horttür liegt der Ebersberger Forst. Dort wird gespielt, gerannt, getobt und geklettert - bis die Eltern ihre Kinder gegen 17.30 Uhr abholen. So oder so ähnlich soll er aussehen, ein Tag im Freien Waldhort Ebersberg, dem ersten seiner Art im Landkreis.

Das große Vorbild des Hortes ist der Waldkindergarten, dessen Bauwagen nicht weit entfernt waldeinwärts steht. Wie berichtet, soll der Waldhort im September eröffnen. Die Anmeldung läuft seit einigen Tagen. Eltern, die sich noch einen Platz für ihr Kind ab September 2012 oder September 2013 sichern wollen, müssen sich beeilen. „Sechs oder sieben der 20 Plätze sind noch zu haben“, sagt Erzieherin Karen Brummer, die den Waldhort leiten wird.

Über den Vorstand des Waldkindergartens kam Brummer mit Ruth Kübelbäck in Kontakt, Mutter eines Buben, der im September vom Waldkindergarten in die Schule wechselt. Wie andere Eltern wünschte sich Kübelbäck einen Hort mit ähnlichem Konzept wie dem des Waldkindergartens. Gemeinsam gründeten sie den Verein „Freier Waldhort Ebersberg“ Brummer holte einen ehemaligen Kollegen mit ins Boot: Stefan Paster. „Es war immer schon unser Traum mit Grundschülern im Wald zu arbeiten“, erzählt Brummer.

Am ersten Schultag soll der Waldhort eröffnen. Bis September gibt es allerdings noch viel zu tun. Die Räume in der Sportstraße 5 standen einige Jahre leer. Früher wurden dort Faschings- und Dekoartikel verpackt - bis die Einzinger Festartikel GmbH insolvent ging. Den Mietvertrag für die rund 120 Quadratmeter wird der Verein Anfang Juni unterzeichnen. Dann beginnen die Umbauarbeiten. Geplant sind ein separater Essbereich und Tische, an denen die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen können. Daran soll der Gruppenraum mit Bastel- und Maltisch, Ruhebereich und Medienecke angrenzen. Computer und eine kleine Bibliothek sollen den Kindern zur Verfügung stehen. Das Mittagessen liefert ein Caterer.

Sollten die Umbauarbeiten bis September nicht abgeschlossen sein, haben Brummer und ihre Kollegen vorgesorgt. „Die Stadt Ebersberg hat zugesagt, den alten Kindergarten St. Benedikt an der Ringstraße übergangsweise zur Verfügung zu stellen,“ erklärt die künftige Leitung.

Die Stadt Ebersberg und Grafing beteiligen sich finanziell an dem Projekt Waldhort. Die Kommunen haben den Bedarf für je zehn Hortplätze anerkannt. Auch wenn die Nachfrage groß ist, für mehr als 20 Kinder reicht der Platz an der Sportparkstraße nicht. Eine Erweiterung des Horts ist ausgeschlossen.

Von Manuela Dollinger

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