Ein schöner Brauch zum Jahresende wird in Forstinning gepflegt: Pferdesegnung heißt das Ganze. Und lockt wie jedes Jahr an Silvester auch Schaulustige aus den umliegenden Gemeinden an. Fotos: Dziemballa

Ein gutes Wort für Pferd und Reiter

Forstinning - Die traditionelle Silvestersegnung mobilisierte wieder zahlreiche Schaulustige aus Forstinning und Umgebung. Es gab viel zu sehen.

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Forstinning - Das niedliche Pony, das brav an der Leine neben einem Mädchen einher trottete; es wurde auf Anhieb Publikumsliebling bei der Pferdesegnung in Forstinning. Aber auch der Stier aus Landsham, heuer ein wenig bockig, zog seine Runden im Ort, gefolgt von gut zwei Dutzend fein geschmückten Pferden aller Rassen, vom nervösen Reitpferd bis zum cool stampfenden Ackergaul.

Zum mittlerweile 24. Mal hatte der Pfarrgemeinderat von Mariä Heimsuchung zum Traditionstermin eingeladen, diesmal traf sich die Reiterschar in der Ortsmitte am Maibaum. Diakon Hans Dimke, der samt Ministranten-Schar auf einem dekorierten Pferdewagen Platz genommen hatte, stimmte die zahlreiche Besucher mit einer kleinen Andacht auf die Segnung ein. „Segnen heißt stets, ein gutes Wort zu sagen“, so der Geistliche, und weiter: „Ein Segen ist aber kein Zauber, doch er bedeutet, dass Gott stets mit dabei ist“.

Nach einer Lesung aus dem Buch Genesis, in dem der Hinweis erfolgt, auch alle vierbeinigen Kreaturen zu schützen, mahnte der Diakon sowohl Publikum als auch die versammelten Reiter, „verantwortlich mit der Schöpfung umzugehen“. Nach einigen Fürbitten und dem Schlussgebet sprach er seinen Segen und brach danach mit dem Pferdewagen zu zwei Runden durch den Ort auf. Er fuhr dabei durch eine Gasse von Besuchern, die seinen Weg entlang der Gemeindestraßen säumten. Überall klickten Fotoapparate und Handys. So manches Pferd war schmuck hergerichtet, mit geflochtenen Zöpfen an Mähne und Schwanz, einige hatten gar bunte Bänder eingeflochten. Auch die Reiter, zumeist junge Frauen, hatten sich für diesen Termin schick gemacht, traten manchmal vereinsweise auf. Dabei hatten ihre zarten Hände oft viel zu tun, um die teils nervösen Vierbeiner auf Kurs zu halten. Denn so manches Ross wollte gar nicht oder zu schnell laufen, versetzte mit den Hinterläufen oder scharrte aufgeregt mit den Hufen.

Letztlich aber ging alles gut, und die Besucher konnten sich anschließend im Rupert-Mayer-Haus einen Glühwein genehmigen, ausgeschenkt vom Pfarrgemeinderat. Für alle, die mit Pferd oder Auto gekommen waren, musste aber der Kinderpunsch genügen (siehe auch untenstehende Umfrage unter Besuchern der Forstinninger Silvesterveranstaltung).

Von Friedbert Holz

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