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Richterin macht ernst

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Der 36-Jährige Angeklagte wurde zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt.
Der 36-Jährige Angeklagte wurde zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt. © dpa

Er hat eine Forstinninger Umzugsfirma geprellt und nicht die ganze Wahrheit gesagt: Dafür bekommt ein 36-jähriger   Unternehmer  von der Ebersberger Amtsrichterin acht Monate auf Bewährung.

 Forstinning – Zwei mal schon stand ein 36-jähriger Unternehmer wegen Betrugs vor Gericht. Damals beließen es die Richter bei Geldstrafen. Nun sitzt er wieder auf der Anklagebank, weil er eine Umzugsfirma aus Forstinning um 9500 Euro prellte. Richterin Vera Hörauf macht nun ernst und verdonnert ihn zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten.

Das war passiert: Im Oktober 2015 sollte der Betrieb des 36-Jährigen von Jena in Thüringen in den Ebersberger Landkreis umziehen. Der Angeklagte beauftragte dazu eine Firma aus Forstinning, wie der Staatsanwalt aus der Anklageschrift vorliest. Über 7700 Euro habe der Umzug gekostet – plus 1660 Euro Miete für einen Container zum Lagern von Werkzeug und Metall. Bezahlen habe der Beschuldigte die Firma von Anfang an nicht können, zu klamm sei er gewesen. 

Unter Eid verschwiegen...

Dieses Risiko ist der 36-Jährige laut Staatsanwalt zu leicht eingegangen: Er wirft ihm zweifachen Betrug vor. Einer Gerichtsvollzieherin soll er zudem unter Eid verschwiegen haben, Stellplätze für 100 Euro im Monat vermietet zu haben. Der Beschuldigte erklärt im Prozess, dass er knapp bei Kasse war, als er den Umzug beauftragte. Er habe aber einen großen Auftrag im Wert eines Jahresumsatzes in der Tasche gehabt. Die Umzugsfirma hätte er somit ohne Probleme bezahlen können, sagt der 36-Jährige.

Die Umzugsfirma aus Forstinning übersiedelte im Oktober das Unternehmen in den nördlichen Landkreis, und schickte dem Angeklagten die Rechnung. Er konnte sie nicht bezahlen, sagt der Chef der Umzugsfirma im Prozess. Er habe dem 36-Jährigen freundlicherweise einen halbjährigen Aufschub gewährt. Im November vermietete er dem angeklagten Unternehmer trotz der Schulden einen Lagercontainer, so der Chef der Umzugsfirma.

„Ich bin auf den Schuldner zugegangen“

Dann ist für den Angeklagten eine Katastrophe passiert: Der große Auftrag wurde storniert, weil der 36-Jährige die vereinbarten Arbeiten nicht gemacht hatte. Das sagt zumindest der Auftraggeber vor Gericht. Stimmt nicht, erwidert der Beschuldigte. Wie vereinbart habe er seine Arbeit erledigt.

Der wichtige Auftrag war weg, die Rechnung der Umzugsfirma aber immer noch nicht bezahlt. „Ich bin auf den Schuldner zugegangen“, erklärt der Chef des Forstinninger Unternehmens der Richterin. Er kann die Schulden in Raten zahlen oder abarbeiten, habe der Chef dem Angeklagten gesagt. Das hat den 36-Jährigen nicht interessiert, so der geprellte Umzugsunternehmer, „im Gegenteil, er ist einfach verschwunden“.

Das Urteil

In der Schweiz lebt er jetzt, sagt der vorbestrafte Unternehmer. Seine Firma habe er verkauft. Warum er die Schulden bei der Forstinninger Umzugsfirma nicht einfach begleicht, sagt der Angeklagte nicht. Dass er unter Eid nicht ehrlich war, davon will der 36-Jährige nichts wissen. Er habe nicht gewusst, dass er die vermieteten Stellplätze hätte angeben müssen. Für Richterin Vera Hörauf ist der Fall klar: Zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte den Umzug beauftragte, habe er in Kauf genommen, die Forstinninger Firma nicht bezahlen zu können. Auch in den anderen Anklagepunkten sieht die Richterin den 36-Jährigen für schuldig. Sie verurteilt ihn zu acht Monaten Bewährungsstrafe. Die Schulden von 9500 Euro muss er nun bezahlen.

Max Wochinger

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