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Das ist ein alter Dienstwagen der Münchner Feuerwehr.

Burschenverein Forstinning

Großer Auflauf bei Oldtimer-Schau

Forstinning - Da war richtig was los: Der Burschenverein Forstinning, der heuer sein 95-jähriges Bestehen feiert, hat zum Oldtimertreffen  rund 250 historische Fahrzeuge begrüßt.

Schon am Eingang stehen zwei automobile Prachtstücke, ausgeliehen von der Berufsfeuerwehr München, die einer genauen Besichtigung wert sind: ein Mercedes-Tanklöschfahrzeug TLF 15 von 1951 mit 125 PS starkem Sechszylinder-Dieselmotor, und ein BMW V8 von 1959. Dieses Auto mit dem Funknamen „Florian München 1“ war bis 1970 der Dienstwagen des Oberbranddirektors.

Wenige Meter entfernt duckt sich ein winziges NSU-Motorrad in den Schatten. Sein Besitzer, Winfried Andres aus Poing, „fährt ab und zu damit spazieren, bei 60 bis 70 km/h“. Immerhin hat das blitzblank polierte Zweirad aus dem Jahr 1948 schon fünf PS und 125 Kubikzentimeter Hubraum.

Daneben ein herrliches BMW-Gespann von Ludwig Strasser aus Pastetten. „Der Beiwagen ist schon 66 Jahre alt, das Motorrad, eine R 69 S, immerhin 54 Jahre“, verrät sein Besitzer, der manchmal mit Sozius ausfährt.

Sogar für einen Urlaub geeignet und viel bestaunt auf der großen Wiese steht ein uriges Oldtimer-Duo: Ein zierlicher Steyr-Daimler Kombi 700 von 1963 mit gerade einmal 20 PS zieht einen Eriba-Wohnwagen, auch aus jenen Tagen. Damals, so wird allen klar, die ins Innere blicken, waren die Menschen noch mit wenig zufrieden. Auf engstem Raum wurde hier gegessen, gesessen und geschlafen; ein Röhrenradio brachte Musik in die winzige mobile Wohnung.

Geradezu riesig wirkt dagegen jener dunkelblaue Dodge Tourer von 1925, den Peter Kressierer aus Oberneuching einst im Internet gefunden hat. „Dieses Auto, das aus Sydney in Australien stammt, hat auf Anhieb mein Herz erwärmt. Ich musste es haben.“ Jetzt tuckert er mit dem zwar 1,3 Tonnen schweren, aber nur 35 PS starken Riesen-Cabrio zufrieden lächelnd über die Straßen. Während Kressierer erzählt, parkt neben seinem Schmuckstück ein alter DKW ein, der sich schon von Weitem mit seiner Ölfahne in der Luft als plärrender Zweitakter outet. Damals, kurz nach dem Krieg, träumten viele Deutsche von einem solchen Auto, heute dagegen wird es meist nur milde belächelt.

Auch viele Traktoren von einst haben den Weg nach Forstinning gefunden, darunter etwa der Lanz Bulldog von Schorsch Semmelmayer aus Forstern. „Dieses schöne Teil von 1949 steht bei mir nicht nur als Sammel-Objekt, ich benutze den Schlepper auch ab und zu. Ich habe ihn mit einer modernen Winde am Heck nachgerüstet, so verbinde ich Tradition mit Praktikabilität.“ Vor allem liebt sein Besitzer das Stampfen des längs liegenden Einzylinders – „so groß wie eine kleine Milchkanne“.

Friedbert Holz

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