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Das Gasthaus Zum Vaas in Schwaberwegen: Das war 90 Jahre lang der Lebensmittelpunkt von Ottilie Bauer.

Ottilie Bauer mit 96 Jahren gestorben

Abschied von der Königin der Nacht

Beten und arbeiten: Das war das Leben der Vaas-Wirtin Ottilie Bauer aus Forstinning. Jetzt ist sie im Alter von 96 Jahren gestorben.

Wer regelmäßig durch Schwaberwegen fuhr, dem war sicherlich irgendwann einmal Ottilie Bauer aufgefallen. Jene ältere Dame, die vom Fenster des Gasthaus-Anwesens auf die Straße nach dem Rechten schaute. Im Alter von 96 Jahren ist die Senior-Gastwirtin jetzt gestorben. Die Beisetzung fand bereits statt – mit fast 400 Trauergästen.

 Geboren wurde sie am 7. November 1922 in Erding. Ihre Eltern Ottilie und Hans Vaas wohnten in Markt Schwaben. Ab 1921 hatten sie die damalige Kantine des Speicherseekraftwerks in Finsing gepachtet. Es waren 800 Arbeiter zu bewirten, keine Zeit blieb für das Kind, so dass die kleine Otti drei Jahre bei Verwandten in Anzing verbrachte. 

Als die Eltern 1927 das Anwesen an der Kreuzung in Schwaberwegen erwarben, holten sie ihre Tochter zu sich. Und so wurde die Gastwirtschaft mit Metzgerei für mehr als 90 Jahre der Lebensmittelpunkt von Otti Bauer. 

Von den Anfängen als einfache Tafernwirtschaft, die entbehrungsreichen Kriegsjahre, bis hin zur amerikanischen Besatzung, der Währungsreform und nicht zuletzt die Lage an der damals viel befahrenen B 12 – schwierige Bedingungen waren es, die ihr Leben beeinflussten. Ihr Gedächtnis war großartig, jede Begebenheit aus Forstinnung und Umgebung, jedes Datum – Geburts- und Sterbetage oder Hochzeits- und Namenstage – von Verwandtschaft, Freunden und Gästen hatte sie verinnerlicht. Ein archivarisches Gedächtnis, sodass sie sich auch mit über 90 noch an Gedichte und Lieder aus ihrer Kindheit erinnerte. Es war eine große Wertschätzung für ihre Gäste, dass sie diese Details alle wusste, denn sie hat ihnen zugehört, mit ihnen mitgelebt, getrauert und gelacht. Eine Freude war es, wenn die Schwoberer kemma san und g’sunga ham, und der Eegal ihr seine eigenen Gedichte vortrug.

Bei der Hochzeit war sogar Weiß Ferdl dabei

1948, kurz nachdem die Eltern verstorben waren, heiratete sie den Markt Schwabener Metzger Georg Bauer, und das junge Paar übernahm die Wirtschaft. An der Hochzeit war sogar der Volkssänger Weiß Ferdl da. Die Kinder wurden geboren, Hans 1945, Elfriede 1951, ein Jahr später Otti und, 1955, der jüngste Sohn Otto. 

Über den Verlust von zwei Töchtern, die noch im Kleinkind-Alter verstarben, musste sie leider hinwegkommen.

 Hans und dessen Gattin Liselotte übernahmen 1987 das Wirtshaus. Sie modernisierten das Haus grundlegend. Fremdenzimmer wurden gebaut, das Angebot gehoben.

Mit silbernem Haar  hinter der Schenke

 Ottilie Bauer stand hinter der Schenk, mit silbernen Haar und weißem Schurz. Immer mit Verständnis und großem Herz war sie die letzte, hat zsamg’ramt und alles für den nächsten Tag vorbereitet. „Königin der Nacht“ hat sie ein Gast einmal genannt. Und auch der nächsten Generation, die nun das Haus führt, Johannes und Veronika mit ihrer Familie, war sie als Oma-Ur sehr verbunden. 

Stand auch hier hinter der Schenk. Nach einem Oberschenkelhalsbruch vor zehn Jahren schwanden die Kräfte immer mehr. Den Überblick aber hatte sie sich bewahrt, nämlich von ihrem Logenplatz im ersten Stock, da hatte sie nicht nur die Wirtschaft im Blick, sondern die ganze Kreuzung. Die letzten sechs Wochen hat sie sehr gut versorgt im Pflegeheim in Anzing verbracht, dort hat sie noch gesagt: „I hob immer nur bet’ und g’arbeit.“

ez

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