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Bis 11. November können im  Planfeststellungsverfahren zur Umgehungsstraße Schwaberwegen und Moos Einwendungen eingereic ht werden. 

Schwaberwegen und Moos

Ortsumfahrung: Schlagabtausch wieder intensiver

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Noch bis zum 11. November können Einwendungen gegen die geplante Ortsumfahrung von Schwaberwegen und Moos eingereicht werden. Der Schlagabtausch um Für und Wider wird intensiver.

Forstinning – Der Schlagabtausch über die Frage, ob eine Ortsumfahrung für Schwaberwegen und Moos eine gute Sache ist oder genau das Gegenteil, hat zuletzt merklich wieder an Intensität gewonnen. Der Grund liegt auf der Hand: Bis zum 11. November können noch Einwendungen im Planfeststellungsverfahren abgegeben werden (wir berichteten). Dieses Datum ist für die Gegner der Trasse westlich um Schwaberwegen durch den Forst so etwas wie der erneute Startschuss für weitere Aktivitäten gerade in Sachen Öffentlichkeitsarbeit geworden. In einer aktuellen Pressemitteilung des Bund Naturschutz heißt es: „Die Umweltvereine lehnen diese angebliche Entlastungsstraße ab, denn sie würde eine weitere Zerschneidung des Ebersberger Forstes bedeuten und wertvollen Lebens- und Erholungsraum zerstören...“

Ortsumfahrung: Gegner tun sich zusammen

Zugleich hat man Stimmen gesammelt, die sich etwa so lesen: „Die Ortsumgehung Schwaberwegen wäre eine Naturzerstörung und weder vereinbar mit dem Naturschutzrecht noch dem gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Naturschutz und Klimaschutz.“ So lautet etwa das Fazit von Annemarie Räder, Regionalreferentin für Oberbayern beim Bund Naturschutz. Ferner heißt es: „Der Straßenbau führt zu Rodung von Bannwald, zerstört ... geschützte Biotope, widerspricht den Schutzzweck des Landschaftsschutzgebiet...“

Kritik an Verkehrsgutachten

„Artensterben und Klimakrise sind die drängendsten Herausforderungen an unsere Gesellschaft. Unsere Wälder unterliegen zurzeit existenzbedrohenden Stressfaktoren, dass man die geplante Straßenplanung, zumal durch einen naturnahen Mischwaldteil, als anachronistisch ablehnen muss“, äußert sich Jochen Carl, AK Sprecher Landschafts- und Artenschutz bei der BN-Kreisgruppe.

„Der Ebersberger Forst ist zu wertvoll für Natur und Mensch, um ihn als billigste Lösung für die Umfahrung der ST 2080 in Schwaberwegen zu opfern und damit die Tür für weitere Begehrlichkeiten zu öffnen“, wird Kerstin Mertens, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst, zitiert.

Bund Naturschutz, Schutzgemeinschaft und die örtliche Bürgerinitiative hatte vor Kurzem zu einem Mahnspaziergang im Forst eingeladen.

„Wir kritisieren u.a. das Verkehrsgutachten, das als Grundlage für den Bedarf der Umgehungsstraße dient,“ führt Benjamin Wirth von der Bürgerinitiative aus. „Laut Gutachten kommt 50 Prozent des Quellverkehrs, der durch Schwaberwegen rollt, von Wasserburg und Umgebung. Und trotzdem wurde die kürzlich Eröffnung A 94 zwischen Pastetten und Heldenstein sowie die bereits gebaute Umfahrung von Albaching nicht berücksichtigt. Zusätzlich beruht die Verkehrsprognose auf einer fertiggestellten Ortsumgehung von Ebersberg, diese wurde aber zum Glück von allen Fraktionen im Rathaus Ebersberg abgelehnt.“

Ortsumfahrung: Die Argumente der Befürworter

Argumente, die gegenwärtig nicht unwidersprochen bleiben. Carl Teine schreibt für die Bürgergruppe Schwaberwegen/Moos, die für die Umfahrung ist, von hanebüchenen Dingen, die verbreitet würden. Teine: „Sie sprechen davon, dass 10.000 Fahrzeuge (davon 1000 Schwerlastverkehr) nur eine geringe Verkehrsbedeutung haben. Na, warum wehrt sich die BI dann dagegen, dass die Umgehungsstraße in ihrer Nähe verlaufen würde...?? Außerdem behauptet Herr Wirth, dass 50 Prozent des Verkehrs in Schwaberwegen nunmehr über die Umgehung Albaching fahren bzw. fahren könnten. Woher er das wohl weiß? Kennt er überhaupt die Streckenführung über Albaching? Nein, sonst wüsste er, wie kurvenreich und unfallträchtig diese Strecke ist, die sicher keine Ausweichstrecke für die Lkw bedeutet. Außerdem würde sich Hohenlinden sicher über den neuen Verkehr freuen. Dass die meisten Lkw von der A 94 nur bis zum Gewerbegebiet EBE Nord fahren, ist doch klar, da hier das Aldi-Auslieferungslager für Gesamtsüdbayern ist, ferner die Autostadt Grill und nicht zuletzt die Spedition Reischl, die alle hier angesiedelt sind und sicher nicht durch Ebersberg zur A 94 fahren werden.“

Der Gemeinderat Forstinning hat sich vor Kurzem ebenfalls mit dem laufenden Planfeststellungsverfahren befasst. 

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