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Bürgerwerkstatt gegründet: Forstinning stellt sich neu auf

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Von: Jörg Domke

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Forstinning vom Kirchturm aus gesehen
Forstinning vom Kirchturm aus gesehen. © jödo

Die Bürger sollen von Anfang an mitreden: Die Gemeinde Forstinning stellt einen neuen Flächennutzungsplan auf.

Forstinning – Wohin möchte sich die Gemeinde Forstinning in zehn bis 15 Jahren entwickeln? Genau darum geht es bei einer Veranstaltung namens Bürgerwerkstatt, zu der die politische Gemeinde am kommenden Montag, 26. September, um 19 Uhr, ins Rupert Mayer Haus einlädt.

Bei dieser ersten Zusammenkunft interessierter Bürgerinnen und Bürger handelt es sich laut Bürgermeister Rupert Ostermair um einen freiwilligen Vorstoß der Gemeinde. Man befinde sich formell damit noch in einem so genannten Vorverfahren, so Ostermair in einem Gespräch mit der Ebersberger Zeitung. Offizieller Veranstalter ist im Übrigen der Planungsverband München, der formell vom Forstinninger Gemeinderat bereits den Auftrag bekommen hat, einen neuen Flächennutzungsplan für das gesamte Gemeindegebiet zu entwickeln. Der derzeit noch gültige Flächennutzungsplan datiert aus den achtziger Jahren. „Er hat sich gewissermaßen überlebt“, so Ostermair.

Planungsverband und Gemeinde hoffen auf viele Impulse aus der Bürgerschaft

Im Rahmen der am Montag stattfindenden Bürgerwerkstatt erhoffen sich Planungsverband und Gemeindeverwaltung durchaus auch neue Impulse aus Reihen interessierter Gemeindebürger. „Wir möchten gerne wissen, was die Bürger bewegt und worin sie Zukunftsthemen für die Gemeinde sehen“, sagte Ostermair der Heimatzeitung.

Der Planungsverband München wird auch die Stelle sein, die den zukünftigen Flächennutzungsplan erarbeiten soll. Der Bürgermeister rechnet bei einem idealen Verlauf mit einer Verfahrensdauer von mindestens zwei, eher drei Jahren.

Etwa so lange hatte die Aufstellung eines Flächennutzungsplans beispielsweise in der Nachbargemeinde Hohenlinden gedauert. Ostermair betonte, dass der Auftaktveranstaltung am kommenden Montag weitere Foren folgen werden, bei denen sich kommunalpolitisch interessierten Bürger einbringen können. Im eigentlichen FNP-Verfahren seien Bürgerbeteiligungen ohnehin vorgeschrieben.

Eines der dringendsten Probleme Forstinnings sind ein seit Jahren zu beobachtender, langsamer Niedergang im Ortszentrum, der sich ganz besonders in einem Geschäftesterben geäußert hat (wir berichteten mehrfach). Um hier entgegen zu wirken, hat der Gemeinderat inzwischen einen neuen Bebauungsplan „Ortsmitte“ auf den Weg gebracht. Zugleich wurde ein Beschluss gefasst in Gestalt einer sogenannten Vorkaufsrechte-Satzung.

Ostermair betonte in diesem Zusammenhang, dass ein neuer Flächennutzungsplan nicht direkt zu einer Belebung der Ortsmitte führen werde. Bei der Bürgerwerkstatt gehe es schließlich nicht um detailbezogene Fragestellungen, sondern eher um globale Ansätze. Doch wie stellt sich Ostermair die Gemeinde Forstinning selber in 15 Jahren vor? Seine Antwort: Es müsse u.a. darum gehen, eine Energie-Autarkie herzustellen sowie die Nahversorgung zu beleben und zu sichern. Der Rathauschef verwies auch darauf, dass bereits sehr viel Infrastruktur in den vergangenen Jahren entstanden sei, unter anderem bei den Sportanlagen, den Kindereinrichtungen, der Schule, beim Friedhof oder der Breitbandversorgung. Ostermair: „Hier sind wir, glaube ich, bereits gut aufgestellt“. Am Montag werde es, so der CSU-Rathauschef, um die kardinale Frage gehen: Wie wollen wir den dörflichen Charakter Forstinnings bewahren? Eine überaus wichtige Frage, mit der sich nach seinem Wunsch auch jüngere Forstinninger beschäftigen sollten.

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