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Massen von Würmern setzen dem Dorfener Rasen zu.

Unterirdischer Ärger in der Bezirksliga Ost

Verbales Wirrwarr um die Würmer

Forstinning/Dorfen - Die Großfamilie Lumbricidae sorgt beim TSV Dorfen dieser Tage bis über die Erdinger Landkreisgrenze hinaus für mächtig Ärger.

Das Nachholspiel zwischen dem TSV Dorfen und dem VfB Forstinning entwickelt sich abseits des befallenen Rasens zu einem unübersichtlichen Hick-Hack aus gegenseitigen Anschuldigungen. 

Die Großfamilie Lumbricidae sorgt beim TSV Dorfen dieser Tage bis über die Erdinger Landkreisgrenze hinaus für mächtig Ärger. Lumbricidae ist die wissenschaftliche Bezeichnung für die Familie der Regenwürmer, die den Dorfener Hauptplatz seit über zwei Wochen in eine wortwörtlich glitschige Kotwiese verwandeln.

Nachdem die Punktspiele gegen Forstinning und Aying zuletzt abgesagt werden mussten, soll und will der VfB Forstinning am kommenden Sonntag eigentlich an selber Stelle um 14.30 Uhr zum Nachholspiel auflaufen. Daraus wird (Stand heute) aber definitiv wieder nichts werden. „Das ist ein Streifen von Sechzehner zu Sechzehner“, beschreibt Dorfens Technischer Leiter Markus Listl den Wurm-Befall, „das Gartenbauamt war zwar schon vor Ort, aber durch die Nässe der letzten Wochen ist die Situation noch extremer geworden. Wir werden nicht wegen einem Spiel riskieren, den Platz komplett zu zerstören.“

Da auch der Nebenplatz gesperrt sei, bleibe nur der Trainingsplatz der Jugend am Mühlanger als Spielort übrig. Beim Gedanken daran kommt bei Listl wenig Begeisterung auf. „Zehn Minuten Fußmarsch vom Hauptplatz, keine Kabinen. Eine große Wiese mit zwei Toren, die in einem katastrophalen Zustand ist.“

Darüber habe man den VfB ausführlich informiert, so Listl – was Forstinnings Abteilungsleiter Thomas Herndl aber vehement bestreitet. Überhaupt scheint sich nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern in der gesamten Kommunikation zwischen den beiden Klubs, längst ein dicker Wurm breit gemacht zu haben.

Vergangenen Freitag habe es laut Listl ein Gespräch zwischen den beiden Trainern gegeben, in dem VfB-Coach Ivica Coric über alles aufgeklärt worden sei. „Er hat aber weiterhin auf den Termin bestanden, wollte sich mit der Abteilungsleitung abstimmen und  dann  wieder  melden.“

Telefone stehen still

Bis dato sei kein Anruf eingegangen. „Ich habe kein Problem mit Forstinning zu sprechen, aber selten erlebt, dass ein Verein so unkooperativ ist“, ärgert sich Listl, der die Partie am liebsten nächstes Jahr unter „Bezirksliga-tauglichen Bedingungen“ austragen würde.

Gibt es heuer noch Torraumszenen zwischen Forstinning (Asen Ibishev, li.) und Dorfen (Torwart Alexander Wolf, Andreas Brenninger dahinter). Und wenn ja, wo? Oder hat doch der BFV-Spielleiter das letzte Wort?

Der VfB-Abteilungsleiter will indes weder vom Ausweichplatz noch von sonstigen Gesprächen etwas gehört haben. Vielmehr warte er seit Tagen selbst vergeblich auf Rückmeldung aus Dorfen. „Wir haben uns völlig regelkonform verhalten und sogar angeboten, das Heimrecht zu tauschen und Dorfen die Einnahmen zu überlassen. Sagen sie jetzt zum zweiten Mal ab, verlieren sie laut Regularien ja ohnehin das Heimrecht“, so Thomas Herndl, dem die Platzverhältnisse mittlerweile gleichgültig seien, solange man den Terminkalender im Frühjahr nicht noch weiter vollstopfe. „Unsere Leute fahren nicht nach Forstinning zum Heimspiel. Da hängt ja noch viel mehr dran. Das würde kein Verein akzeptieren“, winkt Listl seinerseits „die Androhung“ eines getauschten Heimrechts ab. „Überhaupt hat Herndl den Nachholtermin hinter meinem Rücken mit dem Spielleiter ausgemacht. Ich habe die Leute in Forstinning anders kennen gelernt, möchte aber mit ihm nichts mehr zu tun haben.“

Es sei „einfach lächerlich, was Dorfen da abzieht“, kontert Herndl das vermeintliche Rumgedruckse der Gegenpartei.

Fest steht aktuell nur: Sollte keiner bis zum kommenden Sonntag, 27. November, mehr zum Hörer greifen, wird um 14.30 Uhr auf Dorfens Mühlanger angepfiffen – sofern Wetter und Schiedsrichter mitspielen. Oder doch wieder nicht? Der zuständige BFV-Spielleiter Wolf-Peter Schulte stellt auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung klar: „Momentan ist alles offen. Aber grundsätzlich kann ich auch das Nachholspiel eigenmächtig verlegen, wenn sich beide Vereine nicht einigen können.“

von Julian Betzl

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