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Festlich geschmückt ziehen die Halflinger durch die Gemeinde.

Brauchtum in Forstinning

Gottes Segen für Ross und Reiter

Forstinning -  Diesmal hatte das Wetter ein Einsehen mit den vielen Reitern und Kutschen-Fahrern. Sie wurden bei der traditionellen Pferdesegnung an Silvester mit herrlichem Sonnenschein empfangen.

Gut 70 Reiter mit ihren schön geschmückten Pferden, etwa zehn ebenfalls dekorierte Kutschen und sogar ein Ochse waren der Einladung in die Ortsmitte zum Maibaum gefolgt, wo Diakon Hans Dimke vom Pfarrverband Anzing-Forstinning bereits mit seiner Ministranten-Schar wartete.

Zwar scharrte schon so manches Pferd ungeduldig mit den Hufen oder wieherte nervös. Doch bevor sich der Pferde-Tross durch die Straßen bewegte, hatte der Geistliche, stehend in der Kutsche von Josef Lanzl aus Neuharting bei Forstern, noch zu einer kurzen Andacht eingeladen. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, intonierte der Diakon ein bekanntes Lied.

Viele waren diesmal um die Kirche herum versammelt, die Hauptstraße war von zahlreichen Besuchern gesäumt. Die Pferdesegnung sei ein alter Brauch, erklärte Hans Dimke, der Segen die Zusage, „dass Gott mitgeht – eine Versicherung ist es aber nicht“.

Dimke leitete aus einem Psalm ab, dass der Mensch die Krönung der Schöpfung darstelle. Er trage aber auch eine große Verantwortung, „schließlich sollen wir mit Tieren gut umgehen“.

Nach einem Kanon, dem Vater Unser und einem Dank an die Organisatoren der Veranstaltung gab der Diakon schließlich das Zeichen zum Start.

Jetzt durften die beiden zehn und 15 Jahre alten Haflinger vor seiner Kutsche anziehen, starteten zur bekannten Runde durch die umliegenden Straßen.

Überall wurde fotografiert oder gefilmt, wurden kleine Kinder von ihren Eltern auf die Schultern gesetzt, damit sie besser sehen konnten. Immerhin gehören Pferde kaum mehr zum Verkehrsbild – staunende Kinderaugen zeigten dies überdeutlich. Klar war auch zu sehen, dass fast nur Frauen und Mädchen in den Sätteln saßen. Sie reiteten gekonnt die nicht immer einfach zu führenden Vierbeiner, dirigierten sie per Zug am Zaumzeug bestimmt und gelassen zugleich durch die Zuschauermenge.

Nach einer ersten Runde um das Forstinninger Kirchen-Viertel traf sich die Schar der vielen Pferde und Kutschen wieder am Maibaum, wo der Diakon den abschließenden Segen erteilte.

Bevor es zurück in die heimischen Ställe ging, genehmigte sich so manche Amazone noch eine Bockwurst und ein Glas Punsch. Und wieder scharrten die Rösser – sie wollten, jetzt gesegnet, heim in ihre warmen Boxen.

Friedbert Holz

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