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Schwaberwegen: Mahn- und Warnspaziergang im Forst

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Von: Armin Rösl

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Etwa 20 Teilnehmer spazierten am Sonntagnachmittag entlang der möglichen Trasse durch den Ebersberger Forst. © Johannes Dziemballa

Würde die Umgehungsstraße durch den Ebersberger Forst gebaut, hätte dies gravierende Auswirkungen für die Zukunft. Welche, das erläuterten Trassen-Gegner am Sonntag im Wald.

Schwaberwegen – Gut einen Kilometer ist der Abschnitt der geplanten Umfahrungsstraße von Moos und Schwaberwegen lang, der durch den Randbereich des Ebersberger Forstes bei Schwaberwegen führen würde. Auf den ersten Blick, verglichen mit dem kompletten Waldgebiet, das eine Größe von etwa 90 Quadratkilometern hat, ein kleines Stück am Rande. Im Detail jedoch gehe es um Wichtiges, Großes und Prinzipielles: „Der Eingriff in den Forst wäre ein Präzedenzfall“, sagt Kerstin Mertens. Die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst steht am Beginn des Wanderweges „Schwaberweger Hauptgeräumt“ und warnt: Würden jetzt Bäume im Forst für eine Straße gefällt werden, würde dies möglichen anderen Baumaßnahmen Tür und Tor öffnen. Auf den ersten Blick sei es ein kleiner Einschnitt, aber mit der Gefahr, dass es mehr und größere werden könnten.

Schwaberwegen: Präzedenzfall für Ebersberger Forst

Etwa 20 Gegner der Umgehungsstraße durch den Forst sind es, die am gestrigen Sonntagnachmittag mit Vertretern des Bund Naturschutzes, der Bürgerinitiative St2080-Schwaberwegen und Moos sowie der Schutzgemeinschaft einen Teil der geplanten Trasse im Forst entlang spazieren. Durchs Gehölz auf Forstwegen, beispielsweise zu einem Biotop, in dem Molche leben. Teich- und Bergmolche, die hier laichen, erläutert Annemarie Räder, Regionalreferentin Oberbayern des BN. Von staatlicher Seite sei bei der Kartierung dieses Biotops lediglich Teichmolche festgestellt worden, was für Räder ein Beweis ist, dass „nicht ordentlich gearbeitet“ worden sei. Würde die Straße hier wie geplant gebaut werden, müssten Biotop und Molche weichen – ohne, dass hierfür ein Ersatz geplant sei.

Gegner befürchten massive Eingriffe in die Natur

Eines von mehreren Beispielen, die die Trassengegner und Naturschützer beim Spaziergang vorstellen. Im weiteren Verlauf werden unter anderem das Fledermausaufkommen angesprochen sowie der Status des Forstes als Landschaftsschutzgebiet und Bannwald. Würde der für die Umgehungsstraße geplante Eingriff erfolgen, „dann würde erstmals der Landschaftsschutz- und Bannwald-Status aufgehoben werden“, befürchten Ludwig Seebauer und Benjamin Wirth von der Bürgerinitiative St2080. Und das könne eben zur Folge haben, dass weitere Eingriffe möglich würden. Dem müsse man entgegentreten, zumal in Zeiten wie diesen. Wie könne die bayerische Staatsregierung von Klima- und Artenschutz reden, wenn sie hier, auf eigenem Staatsgebiet, Bäume in einem geschützten Wald abholzt, fragen sich die Trassengegner.

Musterschreiben an die Staatsregierung

Ludwig Seebauer, Vorsitzender der Bürgerinitiative, hat eine Antwort: „Die Regierung behandelt die Sache rein auf juristischer Ebene und beruft sich darauf, dass die Umgehung schon vor Jahren beschlossen und in den Straßenausbauplan aufgenommen worden ist.“ Dennoch bedeute dies nicht, dass keine Chancen bestünden gegen die Trassenführung durch den Forst, so Benjamin Wirth und Annemarie Räder. Bis zum 11. November können noch Einwendungen zum Planfeststellungsverfahren abgegeben werden. Hierfür haben BN und Bürgerinitiative ein Musterschreiben konzipiert, das von jedem, der für den Erhalt des Forstes sei, unterschrieben und an die Regierung von Oberbayern geschickt werden könne. Hierin heißt es unter anderem: „Es kann nicht sein, dass der Verkehrsfluss als oberste Wichtigkeit mir mein Recht auf eine intakte Umwelt nimmt. (...) Es ist das Recht von uns Bürgern, dass unsere Lebensgrundlagen geschützt werden.“ Hierzu gehöre nachweislich der Ebersberger Forst, der als wichtiger Sauersstoffspeicher und -lieferant diene.

Im Laufe des Spaziergangs durch den Wald machen die Gegner immer wieder deutlich, dass sie nicht prinzipiell gegen die Ortsumfahrung von Moos und Schwaberwegen seien. Aber gegen die Streckenführung durch den Forst, die für den Freistaat zwar die billigste Variante sei (weil eben auf Staatsgrund), die aber eben auch jene Variante sei mit den größten Eingriffen in die Natur.

Lesen Sie auch: Gemeinderat Forstinning für Umgehungsstraße.

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