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Über 50 Forstinninger drängten sich am Dienstag in den kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Für alle waren nicht einmal Sitzgelegenheiten vorhanden. Mitreden konnten sie nicht, als sich der Rat für die zuletzt vorgestellte Umfahrung westlich von Schwaberwegen aussprach.

Umfahrung von Schwaberwegen und Moos

Forstinning sagt Ja zur neuen Straße

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Forstinning -  Ziemlich genau zwei Monate lang hatten sich die drei im Forstinninger Rat vertretenden FraktionenZeit genommen, die vom  Bauamt Rosenheim erstellte Vorplanung für eine Ortsumfahrung zu begutachten. Jetzt erfolgte die Zustimmung.

Das am Ende einstimmige Votum wollte der Rat jedoch gekoppelt wissen an ein paar zusätzliche, jedoch ziemlich seicht formulierte Bedingungen. Es waren eher Bitten , bestenfalls Wünsche, die wirklich umzusetzen noch zähe Verhandlungen nach sich ziehen werden. Das Plenum erbat dabei u.a. Nachbesserungen beim Lärmschutz, bauliche Verbesserungen im Zusammenhang mit dem geplanten Kreisel in Höhe der Straße nach Anzing, zusätzliche Querungshilfen und nicht zuletzt einen Flüsterbelag.

CSU-Fraktionssprecher Johannes Nagler war der Erste, der sich im Plenum und im Beisein von gut 50 interessierten Bürgern am Dienstag äußerte und die Entscheidung seiner Fraktion begründete. Man sei, so Nagler, gewissenhaft und mit Weitblick an das Thema herangegangen und habe sich stets bemüht, immer das Große und Ganze zu betrachten, um am Ende eine Lösung zu unterstützen, die für alle gut sei. Die von den Rosenheimernvorgeschlagene Trasse westlich um Schwaberwegen erhöhe die Sicherheit, auch der Nordwesten Schwaberwegens werde von dem Projekt in puncto Sicherheit letztlich profitieren.

Ähnlich äußerte sich der Sprecher der ÜWG-Fraktion, Hans Hörgstetter. Jeder im Rat habe sich viel Arbeit gemacht und eine Menge Zeit geopfert für diese sehr wichtige Entscheidung, sagte der Bauunternehmer. Hörgstetter, seit drei Jahrzehnten Mandatsträger in Forstinning, verglich die Bedeutung des am Dienstag getroffenen Beschlusses sogar mit der damaligen Entscheidung, als es um die Trassierung der A 94 gegangen sei. Bereits mit dem Bau der Autobahn seien quasi die Grundlagen dafür gelegt worden, auch für die Ortsteile Moos und Schwaberwegen über kurz oder lang Lösungen zu finden. Zu den nun vorgelegten Planungen äußerte sich Hörgstetter positiv: „Ich bin zuversichtlich, dass das etwas wird.“ Rat und Verwaltung würden eng eingebunden in die weiteren Planungsschritte. Die ÜWG werde massiv dahinter sein, „dass uns nichts ausgeht“ und dass am Ende das Optimale entstehen könne. „Wir versprechen, dass wir das Beste tun“. Zugleich äußerte er den Wunsch, in den Ort möge möglichst schnell wieder ein innerer Friede einkehren.

Christine Reichl-Gumz, Sprecherin der SPD-Fraktion, unterstrich die bislang gute Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim. „Ich gehe davon aus, dass es auch so bleibt“. Wenn demnächst einmal das Planfeststellungsverfahren laufe, sei es „unsere Aufgabe“, alles dafür zu tun, dass die Planung optimiert werde. „Wir alle wollen eine gute Lösung“.

Damit war nach ziemlich genau 14 Minuten alles gesagt. Die anwesenden Zuhörer hatten, wie üblich bei Ratssitzungen, kein Rederecht. Bürgermeister Rupert Ostermair vermied eine persönliche Stellungnahme, er führte lediglich sachlich neutral ins Thema ein – und stimmte am Ende wie alle anderen für die Vorplanung.

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