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Der Angeklagte mit seinem Anwalt vor Gericht in München.

Lehrerin in Forstinning überfahren

Urteil: Sieben Jahre Haft für Todesfahrer

Forstinning - Nach einem Bagatellunfall rast ein betrunkener Autofahrer davon und verursacht auf der Flucht ein viel schlimmeres Unglück. Eine Mutter von zwei Kindern verliert ihr Leben. Jetzt gibt es ein Urteil.

Selbst dann, als sein Schicksal besiegelt wird, rührt sich Thomas K. (39) nicht. Mit gefalteten Händen hört er stoisch zu, wie Richter Martin Rieder am Mittwoch das Urteil gegen ihn fällt: Schuldig des versuchten Mordes an der Lehrerin Birgit B. (45). Der Forstinninger Todesfahrer muss sieben Jahre ins Gefängnis.

„Sie waren getrieben von der Angst, bestraft zu werden“, begründete der Vorsitzende. „Wir sind überzeugt, dass Sie wussten, Sie haben einen Menschen angefahren. Aber es war Ihnen egal, was mit der Frau passiert. Sie haben sich keine Gedanken gemacht und ihren Tod billigend in Kauf genommen.“

Nicht nur, dass Thomas K. die Lehrerin mit seinem BMW so hart rammte, dass sie 50 Meter weit in ein Feld flog – er leistete im Anschluss auch keine Erste Hilfe. „Aber genau das wäre Ihre Pflicht gewesen.“ Am dritten und letzten Prozesstag stellte Rechtsmediziner Randolph Penning noch einmal die Schwere des Unfalls dar. Thomas K. fuhr nachweislich mit 63 km/h in die enge Kurve, dabei hatte er 1,7 Promille im Blut. Als er Birgit B. mit dem Frontstoßfänger traf, wurden ihre Beine zertrümmert, ihre Milz riss, an Hüfte und Schläfe hatte sie üble Risswunden. Viel schlimmer aber: Auch das Genick wurde schwer verletzt. Elf Tage später starb sie an den schweren Hirnblutungen.

„Der Unfall ist zweifelsfrei die Ursache für ihren Tod. Auch eine frühere Notarzt- Alarmierung hätte diesen nicht verhindern können“, sagte der Rechtsmediziner. Damit entlastete er Thomas K. sogar noch. „Den Entschluss, den Tatort zu verlassen, fasste der Angeklagte in kopfloser Panik“, sagte Staatsanwalt Florian Gliwitzky. In seinem Plädoyer hatte er acht Jahre für Thomas K. gefordert. Verteidiger Johannes Buchberger hatte auf vier Jahre und sechs Monate plädiert. Er führte aus, Thomas K. sei bemüht gewesen, das Auto in der Kurve noch einzufangen – unter Alkoholeinfluss gelang ihm das aber nicht.

ANDREAS THIEME

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