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„In welcher Welt leben wir?“: Unfallopfer macht Selfies aus seinem Autowrack, als Feuerwehr eintrifft

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Von: Armin Rösl

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Das Auto war im Graben auf der Beifahrerseite liegengeblieben.
Das Auto war im Graben auf der Beifahrerseite liegengeblieben. © Kreisbrandinspektion Ebersberg

Schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person: So lautete die Alarmierung. Als die Freiwilligen Feuerwehren zum Unfallort an der A94 bei Forstinning kamen - machte das Unfallopfer Selfies.

Forstinning - Als Kreisbrandmeister Hubert Bichler aus Gelting (Gemeinde Pliening) in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu einem weiteren Unfall auf der A94 gerufen wurde, traute er seinen Augen nicht: Das Unfallopfer machte mit dem Handy Selfies. „Da habe ich mir gedacht: In was für einer Selbstdarstellerwelt leben wir eigentlich?“, sagt Bichler. Und auch, was das für ein Bild für die vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren geben muss, wenn das Opfer sich so verhält. „Ein verschobenes Verhältnis zur Realität“, sagt Bichler über das Selfie-Verhalten.

Die Feuerwehr befreite den Mann über die Frontscheibe.
Die Feuerwehr befreite den Mann über die Frontscheibe. © Kreisbrandinspektion Ebersberg

Es war 4.12 Uhr nachts, als die Feuerwehren Forstinning, Anzing und Pastetten zu dem Unfall alarmiert wurden. Zunächst hieß es, eine schwer verletzte Person sei im Auto eingeklemmt. Das Auto war im Bereich Forstinning auf schneeglatter Fahrbahn von der A94 abgekommen, hatte sich überschlagen und war im Graben auf der Beifahrerseite liegen geblieben. Als Bichler und die anderen Einsatzkräfte ankamen, sei der 37-jährige Mann im Auto gestanden, habe den Kopf aus dem Fahrerfenster gereckt und Selfies gemacht, berichtet der Kreisbrandmeister.

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Unfallopfer macht Selfies mit Sanitätern: „Haben cool reagiert“

Die Feuerwehrkräfte befreiten den Fahrer über die Frontscheibe aus dem Auto. Es stellte sich heraus, dass er zum Glück nur leicht verletzt war. Auf dem Weg zum Rettungswagen habe er mit den Sanitätern noch ein Selfie gemacht. „Die haben recht cool reagiert“, erzählt Bichler. Insgesamt, sagt der Kreisbrandmeister, sei das alles schon ein komisches Bild gewesen: Rettungskräfte im Einsatz, das Opfer macht Selfies.

Bereits am Freitagabend hatten sich neun Unfälle auf der A94 zwischen Forstinning und Parsdorf ereignet. Ein 21-jähriger Autofahrer missbrauchte die im Rückstau gebildete Rettungsgasse, fuhr hindurch, geriet dabei ins Schlingern prallte gegen drei Autos.

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