Archivbild aus dem April 2018 von einem Unfall auf der B12-Spange bei Forstinning: Unfälle hier bzw. direkt auf der A 94 sind zumeist das, was die örtlichen Feuerwehren beschäftigt. So auch im vergangenen Jahr.
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Archivbild aus dem April 2018 von einem Unfall auf der B12-Spange bei Forstinning: Unfälle hier bzw. direkt auf der A 94 sind zumeist das, was die örtlichen Feuerwehren beschäftigt. So auch im vergangenen Jahr.

Bilanz eines ungewöhnlichen Jahres

Feuerwehr Forstinning: Stillstand zehrt an den Nerven

  • vonJörg Domke
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Viele Einsätze, aber kaum eine Möglichkeit zum Üben: Der Stillstand durch die Corona-Pandemie zehrt an den Nerven der Forstinninger Feuerwehr.

Forstinning – Gewöhnlich hätte Herbert Wagner bei einer der turnusmäßigen Zusammenkünfte der Forstinninger Feuerwehrleute Anfang des Jahres im Plenum das Wort ergriffen und dabei u.a. den statistischen Jahresbericht für 2020 vorgetragen. Normal aber ist derzeit nichts mehr. Längst liegen dem Kommandanten natürlich die einschlägigen Zahlen fürs Vorjahr vor.

Für ein besonderes Jahr, denn die Corona-Pandemie beherrschte den Alltag der Kameradinnen und Kameraden bereits im vergangenen Berichtsjahr 2020 enorm. Am besten abzulesen ist das in der Zahl der durchgeführten Übungen. Mit 24 gab es weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Folglich halbierte sich auch die Anzahl der geleisteten Übungsstunden der derzeit 61 aktiven Kameraden von 1297 auf 648.

Mehr Einsätze im ersten Pandemie-Jahr

Gestiegen ist indes die Arbeitszeit bei direkten Einsätzen. Aus 669 Stunden im Jahr 2019 wurden 2020 immerhin 789 Stunden. Der Grund: Auch Einsätze wurden 2020 mehr. 63 gab es im vergangenen Jahr für die Forstinninger, 55 waren es 2019.

Diese 63 Einsätze im vergangenen Jahr teilen sich auf in 47 technische Hilfeleistungen sowie ABC-Einsätze (Gasaustritt, Gefahrstoffaustritt, Brand mit Mineralölprodukten), Fehlalarme und Einsätze im abwehrenden Brandschutz. Bei den technischen Hilfeleistungen ging es, so Wagner in einem EZ-Gespräch, in der Regel um Verkehrsunfälle. Und fast alle hatten irgendwie mit der A 94 zu tun.

Positiv ist die Feuerwehr in personeller Hinsicht aufgestellt. Zu den 61 schon erwähnten Aktiven kommen derzeit 20 Jugendliche. Für eine Gemeinde der Größenordnung Forstinnings eine stolze Zahl. Hier mache sich die über Jahre hinweg gute Nachwuchsarbeit bemerkbar, so Wagner. Besonders erwähnen müsse man in diesem Zusammenhang die Jugendwarte Markus Hitzlsperger, Adrian Wimmer und Andreas Riedl. Trotz Corona habe es im Jugendfeuerwehrbereich sogar einen Zuwachs gegeben, so der Kommandant nicht ohne Stolz.

Hoffen auf Quereinsteiger

Auch bei den Erwachsenen ist die Zahl der aktiven Feuerwehrler stabil. Allerdings, so Wagners Wermutstropfen, gebe es ein großes Manko: Tagsüber seien zu wenige Atemschutzträger direkt am Ort. Das könne bei kritischen Einsätzen zu erheblichen Problemen führen. Gut wäre es daher, wenn sich Quereinsteiger finden ließen, die in Forstinning unter tags arbeiteten.

Bei entsprechenden Lehrgängen konnte im vergangenen Jahr dieses Defizit nicht ausgeglichen werden. Die Kurse mussten wegen Corona abgebrochen werden. Gleiches galt bei Maschinistenlehrgängen.

Neues Fahrzeug lässt auf sich warten

Nicht ohne Folgen spielte Corona zuletzt auch in die technische Ausstattung der Forstinninger hinein. Eigentlich, so Wagner, hätte in den nächsten Wochen das neue HLF 20, ein Hilfeleistung-Löschfahrzeug, übergeben werden sollen. Wegen der Pandemie, so wurde den Feuerwehrlern gesagt, habe sich die endgültige Fertigstellung des Spezialfahrzeugs jedoch erheblich verzögert. In Forstinning rechnet man jetzt er im Herbst mit einer Übergabe und Inbetriebnahme. Solange wird man sich noch mit einem inzwischen 30 Jahre alten LF 16 begnügen müssen, der sich in einem technisch nicht ganz unkomplizierten Zustand befindet, wie es heißt.

„Das Jahr 2020 hat uns viel abverlangt“, sagt Forstinnings Kommandant Herbert Wagner. Das örtliche Feuerwehrleben sei maßgeblich geprägt durch einen regen Übungsbetrieb, den es so nicht geben durfte. Dieser verordnete Stillstand habe an den Nerven vieler gezerrt. Nun hoffe man, dass in absehbarer Zeit wenigstens wieder mit den Übungen begonnen werden könne.

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