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Hans Bodmeiers Leidenschaft für Schottland erwachte, als ihm ein Arbeitskollege vor fast 20 Jahren billig einen Dudelsack verkaufte. Seitdem schlägt das Herz des Tegernauers im Takt zu „Scotland the Brave“.

Schottland-Fan Hans Bodmeier aus Tegernau

Der bayerische Highlander

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Frauenneuharting - Er war schon Römer, Ritter und Indianer. Außerdem ist er Maler, Bastler und Geschichtenerzähler. Und bayerischer Schotte, das ist seine Kernkompetenz. Hans Bodmeier (67), der sich auch „Laird of Glencairn“ nennen darf, sammelt Hobbys wie andere Leute Briefmarken. Ein Besuch.

Im Garten von Hans Bodmeier aus Tegernau, Gemeinde Frauenneuharting, wehen tibetische Gebetsfahnen im Wind. Sobald es wieder wärmer wird, kommen die bayerische und die schottische Flagge dazu. „Ich bin international“, sagt der 67-Jährige und muss schmunzeln.

Die Winterkälte spürt er an diesem Tag von den Knien an nordwärts: Bodmeier trägt die Parade-Uniform des Königlich-Schottischen Regiments, stilecht von der Kappe über das Schultertuch bis zum Kilt. So läuft er natürlich nicht jeden Tag herum, nur, wenn er mit seinem Dudelsack Auftritte absolviert. Das Instrument hat er in jahrelanger Übung bei schottischen und irischen Lehrern zu spielen gelernt.

„Ich bin einfach gleich immer begeistert. Mal vom Einen, mal vom Anderen.“

Sein Repertoire reicht aber weit darüber hinaus. Bodmeier steht in seinem Gartenhäuschen, das er zum Westernsaloon umdekoriert hat. An der Wand hängen Bilder von Indianerhäuptlingen. Von der Decke, über einem selbst gezimmerten, täuschend echten Deko-Kaminofen, baumelt Old Shatterhands Bärentöter – eine Gewehrattrappe, die Bodmeier gebastelt hat. Und ein bisschen verschwimmen die Kulturen: In einer Ecke hängt ein Sombrero, auf dem Tisch liegt ein Römerhelm. Woanders hängt ein selbstgemaltes Bild des tibetischen Potala-Palastes. Direkt vor dem Fenster, über dem Gartentor, kreuzen sich zwei hölzerne Pferdeköpfe nach Kelten-Art. „Ich bin einfach gleich immer begeistert“, sagt Bodmeier mit Blick auf seine Western-Villa Kunterbunt. „Mal vom Einen, mal vom Anderen.“

Modellbau, Western, Nikolaus: Bodmeier ist hobbymäßiger Hobby-Sammler

Wie weit diese Begeisterungsfähigkeit reicht, erahnt aber nur, wer einen Blick in Bodmeiers Lagerraum erhascht. Die gut vier Quadratmeter sind gerammelt voll mit allem, was der Rentner über die Jahre gesammelt und gebastelt hat: Historische Büsten von Kaisern und Königen, Modellschiffe, ein Ritterhelm und ein indianischer Feder-Kopfschmuck. Daneben liegen Römerschild, Schwert und Kettenhemd, mit denen er bei einem Römerverein an Märschen teilgenommen hat. In einer Ecke lehnt ein Bischofsstab, den er für seine Auftritte als Nikolaus braucht. „Hier sind alle meine Hobbys“, sagt Bodmeier über den Raum. „Hier ist mein Gehirn drin.“

Die größte Leidenschaft gilt Schottland

Und immer wieder Schottland: der Dudelsack, zwei Kilts, ein Stein vom legendären Schlachtfeld von Culloden, eine Geschichtensammlung des Ober-Vorzeige-Schotten, des Schauspielers Sean Connery. Bodmeiers Herz schlägt quasi im Takt zu „Scotland the Brave“, der wohl bekanntesten Dudelsack-Hymne, die er – wie gut 30 weitere Songs – natürlich auswendig beherrscht.

Mit seiner Begeisterung hat der Hobby-Schotte auch seine Freunde und Nachbarn angesteckt, für die er im Garten die „Highland Games“ veranstaltet hat, Olympische Spiele auf Schottisch, mit Sportarten wie Baumstamm-Weitwurf oder Tauziehen.

Ein billiger Dudelsack war der Auslöser

Spontanes Ständchen: Hans Bodmeier gibt in seiner Küche eine Kostprobe seines Dudelsack-Spiels.

Los ging es mit der Schottland-Leidenschaft des Hans Bodmeier, als ihm ein Arbeitskollege vor fast 20 Jahren billig einen Dudelsack verkaufte. Sowie er einige Lieder halbwegs beherrschte, folgte der erste Auftritt: In einem Damen-Wickelrock als improvisiertem Kilt kreuzte er bei einem Fußballspiel zwischen dem Gemeinderat und dem Pfarrgemeinderat von Frauenneuharting auf und spielte einfach drauflos. „Da haben die Leute geschaut“, erinnert sich Bodmeier grinsend.

Von der schwierigen musikalischen Anfängerphase ließ er sich nicht abschrecken. „Am Anfang hat mir vom Pfeifen das ganze Gesicht wehgetan, vor allem die Backen und die Lippen“, erinnert er sich. Doch mit der Übung kamen auch die Muskeln: Längst trifft Bodmeier beim Dudelsackspielen die Töne wie ein echter Schotte und spielt auf Märkten, Privatfeiern und Firmenveranstaltungen. Dabei tritt er allein oder mit befreundeten Musikern als Trommler-Dudelsack-Duo oder -Trio auf und gibt je nach Anlass auch Witze oder Kurzgeschichten zum Besten.

Künstlername: „Laird of Glencairn“ - Ein Adelstitel aus dem Internet

An solchen Abenden ist er übrigens nicht Hans Bodmeier, sondern der „Laird of Glencairn“: Diesen – wohl nicht ganz ernst zu nehmenden – Adelstitel hat er für gut 80 Euro übers Internet gekauft, gemeinsam mit einem „Landsitz“ an der schottischen Nordküste, der ungefähr so groß ist wie ein DIN-A4-Blatt. „Das ist natürlich ein Gag“, sagt der Hobby-Schotte. „Aber vielleicht sollte ich mal zum Rasenmähen hinfahren.“

Kontakt:

Wer den Dudelsackspieler Hans Bodmeier für eine Veranstaltung buchen möchte, kann das unter der Telefonnummer (0 80 92) 96 42 tun. Bodmeier tritt alleine oder in kleiner Gruppe (mit Dudelsack und Trommel) auf.

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