Kutschenpartie zum Burschenfest 2019: Altbürgermeister Alois Moosbauer vorne mit dem Rücken zur Fahrtrichtung neben seiner Frau Elisabeth und Gemeindechronist Berthold Schäfer. Gegenüber sitzen Landrat Robert Niedergesäß (vorn) und Bürgermeister Eduard Koch. Auf dem Kutschbock mittig Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz, der ebenfalls aus der Gemeinde Frauenneuharting kommt.
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Kutschenpartie zum Burschenfest 2019: Altbürgermeister Alois Moosbauer vorne mit dem Rücken zur Fahrtrichtung neben seiner Frau Elisabeth und Gemeindechronist Berthold Schäfer. Gegenüber sitzen Landrat Robert Niedergesäß (vorn) und Bürgermeister Eduard Koch. Auf dem Kutschbock mittig Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz, der ebenfalls aus der Gemeinde Frauenneuharting kommt.

Alois Moosbauer (†90)

Der Anpacker: Nachruf auf den Bürgermeister, der Frauenneuharting fit für die Zukunft gemacht hat

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Frauenneuhartings Altbürgermeister und Ehrenbürger Alois Moosbauer ist mit 90 Jahren gestorben. Seine politischen Verdienste prägen die Gemeinde bis heute.

Frauenneuharting – „Eins spielst bittschön noch“, bat Alois Moosbauer seine Enkelin an Heiligabend unter dem Christbaum, immer wieder, so erzählt es sein Sohn. Frauenneuhartings Altbürgermeister liebte ihre Klarinettenmusik, das Instrument hatte er selbst viele Jahre lang gespielt, auch für die Emmeringer Blaskapelle. Nun ist Alois Moosbauer im Alter von 90 Jahren gestorben, friedlich, im Kreis seiner Familie auf dem heimischen Bauernhof in Kleinaschau.

Verklungen ist mit ihm nicht nur ein leidenschaftlicher Klarinettist, sondern auch eine Stimme, die die kleine Landgemeinde Frauenneuharting in einer entscheidenden Phase maßgeblich gestaltet hat. Einrichtungen, die für die Bürger heute selbstverständlich sind, setzte Moosbauer in seinen beiden Amtszeiten über die 1990er-Jahre hinweg durch: den Gemeindesaal samt Feuerwehrhaus, den Kindergarten, den schmucken, weitläufigen Dorfplatz.

Ihm verdankt die Gemeinde ihr modernes Wasser- und Kanalnetz

Moosbauers Handschrift prägt die Gemeinde bis heute. Ganz zu schweigen davon, dass unter seiner Ägide auch die letzten Einödhöfe an das kommunale Wassernetz angeschlossen wurden und die Gemeinde eine Verbindung zum Aßlinger Klärwerk erhielt. „Eine weitsichtige Entscheidung“, sagt der heutige Bürgermeister der Gemeinde, Eduard Koch. „Er hat extrem viel angepackt – und zu Ende gebracht.“ Moosbauer sei ein Lokalpolitiker mit klaren Vorstellungen und Zielen gewesen, lobt Koch. Aber auch ein kommunikativer Typ, der die Bürger mitnehmen konnte. „Er hat die Gemeinde vorangebracht und große Impulse gegeben“, sagt der heutige Amtsinhaber.

Ein Höhepunkt war dabei die 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Frauenneuharting, die 1997 ein Freudenfest für die ganze Gmoa bedeutete. Sie ernannte Moosbauer schließlich zum Ehrenbürger. „Die Gemeinde war seine zweite Familie“, sagt sein Sohn Alois. „Er war ein sehr, sehr geselliger Mensch.“

Auch in der Nachbargemeinde Emmering machte sich das bemerkbar, dem Kirchensprengel nach zählt der Hof in Kleinaschau zu ihr, Moosbauer war dort zur Schule gegangen, sang im Kirchenchor. „Wir sind Grenzgänger“, scherzt der Sohn. Engagiert war Moosbauer in einer Vielzahl von Vereinen und Gremien in beiden Gemeinden, von den Veteranen über den Elternbeirat bis zur CSU, der VR-Bank und der Molkereigenossenschaft. „Meistens machen wenige Leute viel“, sagt sein Sohn. Alois Moosbauer war so einer, der viel machte.

Papa, Opa, Uropa: Auf dem Hof leben vier Generationen - Mit ihnen feiert er ein letztes Mal Weihnachten

Die Großfamilie Moosbauer hat einen Vater, Opa, Uropa verloren – vier Generationen leben auf dem Hof. Mit seiner Frau Elisabeth war er seit 1958 verheiratet, 2018 feierte das Paar noch die diamantene Hochzeit. Solange die Kräfte reichten, packte er im heimischen Milchviehbetrieb an. „Er war mit Leib und Seele Bauer“, sagt sein Sohn.

Bis zuletzt, auch wenn er im Rollstuhl saß, war Alois Moosbauer geistig wach, konnte das kleine Trompeter-Standkonzert zu seinem 90er genießen und ein letztes Mal mit seiner Familie Weihnachten feiern. Sein langes, arbeitsreiches Leben hat ein würdiges Ende gefunden. Die Gemeinde Frauenneuharting plant, da die Beerdigung pandemiebedingt im engsten Familienkreis stattgefunden hat, eine öffentliche Gedenkfeier, wenn es die Umstände wieder zulassen.

Alle Nachrichten aus Frauenneuharting und dem Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung.

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