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Sprachkünstlerin Edeltraud Rey.

Ausgzeichnet

Edeltraud Rey: Konsequent im Dialekt

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Frauenneuharting - Liedermacherin Edeltraud Rey aus Jakobneuharting wird mit „Mundwerkpreis“ ausgezeichnet. Den vergibt der Förderverein für Bairische Sprache. 

Wer sich als Nicht-Bayer in ein Konzert von Edeltraud Rey verirrt hatte, war früher arm dran. Von einem Dresdner oder Hannoveraner kann man schließlich nicht verlangen, dass er weiß, was Zwetschgenmanderl oder Ratschkatln sind. Die Songs der 53-jährigen Kabarett-Liedermacherin aus Jakobneuharting (Gemeinde Frauenneuharting) sind gespickt mit solchen bairischen Sprachperlen. Dafür erhält sie nun den „Mundwerkpreis“ des Fördervereins für Bairische Sprache und Dialekte für die Region zwischen Isar und Inn.

 Damit Besucher, die des Bairischen nicht mächtig sind, nicht schon beim Begrüßungslied die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, hat sich Rey etwas ausgedacht: Die Sängerin mit der Gitarre teilt bei ihren Auftritten bairisch-deutsche Übersetzungsblätter aus mit den wichtigsten und schwierigsten Ausdrücken. Integrationshilfe könnte man das auch nennen. „Sie hat direkte, gute Texte und tut etwas für die bairische Sprache“, begründet Manfred Trautmann, Vorstand der Dialektschützer zwischen Isar und Inn, weshalb der Preis in der Sparte „Musik“ dieses Jahr an Edeltraud Rey geht. 

"Boarisch is mei Gfui"

Ob bei Soloauftritten oder im Kabarett-Duo „Primatonnen“, Rey singt konsequent im Dialekt. Nur auf Wunsch spielt sie bei privaten Veranstaltungen auch mal hochdeutsche oder englische Songs. „Der Bayer ist einer, der alles kann, aber nicht immer mag“, sagt Rey über sich. „Boarisch is mei Gfui.“ Schon seit der Schulzeit macht sie Musik vor Publikum, seit dem 15. Lebensjahr schreibt sie eigene Lieder. Zehn Jahre arbeitete sie außerdem für eine Anwaltskanzlei, aber „Musik spielen ist schöner“, erklärt Rey, wieso sie nach der Geburt ihrer zwei Kinder nicht mehr in ihren alten Beruf zurückkehrte. 

Ihre Themen greift Rey direkt aus dem Leben und kommentiert sie meist mit Humor – nur beliebig will sie nicht sein. „Auch bei lustigen Liedern steckt immer eine ernste Botschaft dahinter“, sagt die Musikerin. „Bei mir muss es immer tiefer gehen, nicht bloß an der Oberfläche kratzen.“

 Wer das live erleben möchte, hat dazu beispielsweise bei der Verleihung des Mundwerkpreises am Samstag, 15. Oktober, Gelegenheit. Das Unterhaltungsprogramm bestreitet die Preisträgerin nämlich selbst mit ihrem Solo-Programm. Außerdem liest an dem Abend im Altenerdinger Gasthaus „Zum Adlberger“ die Freisinger Autorin Sieglinde Ostermeier, die den Preis in der Sparte „Text“ erhält. Beginn ist um 19.30 Uhr, die Karten kosten 12 Euro und können unter (0 81 22) 99 99 33-0 reserviert werden.

Bereits im vergangenen Jahr hat übrigens eine Künstlerin aus dem Landkreis Ebersberg den Mundwerkpreis erhalten: die Aßlinger Mundart-Sängerin Roswitha Spielberger alias "Stianghausratschn".

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