Voller Körpereinsatz war bei der Rettung dieses Tiers gefragt, das in einem Graben feststeckte.
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Voller Körpereinsatz war bei der Rettung dieses Tiers gefragt, das in einem Graben feststeckte.

Entkommene Herde flieht in den Wald

Kuh-rioser Großeinsatz: Feuerwehr jagt 25 Kälber durchs Unterholz: So endete die Rettungsaktion

  • Josef Ametsbichler
    VonJosef Ametsbichler
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Eine ganze Herde ausgerissener Kälber hält am Sonntagabend rund 50 Feuerwehrleute in Atem. Die Ebersberger Zeitung ist vor Ort.

Update, Montag, 28. Juni:

Gegen Sonnenuntergang am Sonntagabend war der Kälber-Rettungseinsatz im Moor südlich von Frauenneuharting beendet - nicht ohne Schwierigkeiten. Rund die Hälfte der Kälber hatte sich in Bachläufe oder mooriges Terrain verlaufen und steckte teils fest, wo kein Traktor beim Herausziehen helfen konnte. Es lief auf harte Handarbeit hinaus, berichtet Einsatzleiter Georg Renner, Kommandant der Frauenneuhartinger Wehr, am Montag. „Das war schon eine Schinderei.“

Schließlich wiegen die gut anderthalb Jahre alten Tiere bis zu 450 Kilo. Der eine oder andere Feuerwehrler zeigte so viel Körpereinsatz, dass ihn seine Kameraden anschließend mit dem Hochdruck-Strahler abduschen mussten, weil der Dreck bis zu den Ohrwascheln reichte.

„Zum Glück sind es keine Stiere“, war das Mantra. Und als bei Sonnenuntergang alle Kälber wieder auf dem Hof waren, wo sie hingehörten, zog Feuerwehrkommandant Renner die bestmögliche Einsatzbilanz: „Niemand verletzt, weder Menschen noch Tiere.“

Erstbericht, Sonntag, 27. Juni:

Frauenneuharting - Großalarm der anderen Art am Sonntagabend: Wegen rund 25 ausgerissener Kälber rückten am späten Sonntagnachmittag rund 50 Feuerwehrleute in Richtung der Frauenneuhartinger Filze aus. Wie vor Ort zu erfahren war, waren die Tiere von einem Bauernhof nahe der südlichen Landkreisgrenze ausgerissen und hatten sich ins Unterholz davongemacht.

Entsprechend schwierig gestaltete sich am frühen Abend die Suche nach den Kälbern. Sie hatten sich im schlecht zu überblickenden Wald verteilt. Angerückt waren die Feuerwehren Frauenneuharting und Grafing mit zahlreichen Einsatzkräften, außerdem wurde die auf Tierrettung spezialisierte Feuerwehr Pöring (Gemeinde Zorneding) alarmiert - von dort rückte auch eine Tierärztin an. Schließlich erfolgte eine Nachalarmierung für die Feuerwehr Emmering. Zudem waren zahlreiche örtliche Landwirte zu Hilfe geeilt.

Zwei Kälber werden erfolgreich von den Feuerwehrleuten eingekreist und auf einen Anhänger getrieben.

Entkommene Kälber in Frauenneuharting: Jagdszenen im Wald

Mit Seilen, um Fluchtwege zu versperren, und Stöcken zum Selbstschutz rückten die Feuerwehrler ins Unterholz ein. Sie durchkämmten die Waldstücke und kreisten per Funkkontakt die gesichteten Tiere ein. Einzelne sichtlich verängstigte und erschöpfte Kälber ließen sich in die Enge und auf in den Wald gefahrene Viehanhänger treiben. Andere müssen nach ersten Informationen vor Ort aus einem Bachbett befreit werden, in dem sie feststecken. Am frühen Abend waren aber keine Verletzungen bei Tieren bekannt.

Die Feuerwehr war mit zahlreichen Kräften vor Ort

Ob schließlich auch Betäubungsmittel eingesetzt werden musste und alle Tiere eingefangen werden konnten, war bis Redaktionsschluss unklar. Die Einfang-Aktion zog sich bis in die Abendstunden.

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