Breitbandversorgung
+
Die Breitbandversorgung in der Gemeinde Frauenneuharting kommt nicht voran. Jetzt zeichnet sich aber eine Lösung ab.

Breitband: In Frauenneuharting gibt es weitere Verzögerungen

Glasfaserkabel als Stolperdraht - jetzt ist aber Lösung in Sicht

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
    schließen

In der Kommune Frauenneuharting bleibt es spannend, was den Breitbandausbau betrifft. Fest steht allerdings bereits, dass es noch einmal zu Verzögerungen kommen wird.

Frauenneuharting – Gemeindechef Eduard Koch hat sich in Sachen Breitbandausbau öffentlich in einer Information an die Bürger gewandt. Ursprünglich sollten Anfang Juli vergangenen Jahres bereits die Bagger anrollen zur Verlegung der Glasfaserkabel. „Im Juni 2020“, so informierte Martina Wilde vom Ingenieurbüro Ledermann damals optimistisch, könnten sich die Frauenneuhartinger endlich über schnelles Internet freuen. Jetzt kommt es aber anders. 

Eduard KochBürgermeister

Wie Koch auf Anfrage der Ebersberger Zeitung bestätigte, sollen die Arbeiten „Mitte 2020“ nicht beendet sein, sondern erst beginnen. Die Bürger müssen sich also weiterhin in Geduld üben, wenngleich jetzt auch eine Lösung gefunden wurde.

Kosten des Projektes sind gestiegen

Der Grund für die erneute Verzögerung? „Es gab Schwierigkeiten, da die Kosten des Projektes gestiegen sind, so dass sich amplus nicht mehr in der Lage sah, es zu realisieren“, informiert Koch über den Anbieter. Es seien in der Folge Möglichkeiten untersucht worden, den Breitbandausbau billiger zu gestalten.

In der Diskussion stand dabei auch die Möglichkeit, die Glasfaserkabel nicht zu vergraben, sondern an Masten im Gemeindegebiet zu verlegen. Auch eine gemeinsame Nutzung von Trassen durch zwei verschiedene Anbieter wurde angedacht. 

Der schnelle Weg zum schnellen Internet wird auch in anderen Kommunen immer langsamer im Landkreis Ebersberg. Die Tiefbaukosten sind drastisch gestiegen. Das bringt Gemeinden in Schwierigkeiten.

Keinen Anbieter gefunden

Die Situation wurde nicht leichter dadurch, dass sich für die Realisierung des flächendeckenden Breitbandausbaus in der Phase 3 kein Anbieter fand. „Die Telekom hat sich rausdividiert“, sagt Koch, dem signalisiert wurde, dass sich diese Firma lieber auf Gebiete mit höherer Anschlussnehmerdichte konzentrieren wolle. Kochs Lösung: „Die Gemeinde wird das Projekt als Beistellungsprojekt realisieren.“ Das heißt, die Projektierung wird das Ingenieurbüro Ledermann übernehmen, das in Ansprache mit dem Netzbetreiber amplus die Planung durchführt. Dann wird die Trasse ausgeschrieben. „Das bedeutet, dass wir auf jeden Fall einen Zeitverzug haben werden.“ An der Förderung wird das nichts ändern. 20 Prozent der Kosten bleiben bei der Gemeinde, 80 Prozent übernimmt der Freistaat.

45 Prozent müssen anschließen

Möglicherweise wird noch ein kleiner Vorteil für die Frauenneuhartinger herausspringen. Denn amplus bietet laut Koch zusätzlich zum Betrieb des Netzes an, die komplette Gemeinde, außer den bisher geförderten Gebieten, mit Glasfaseranschluss im Eigenausbau bis zur Grundstücksgrenze zu versorgen. Dabei müssten die Bürger aber selbst nicht unerheblich mitwirken. Denn damit aus dieser Möglichkeit tatsächlich Realität werden kann, müssten mehr als 45 Prozent der Haushalte einen Anschluss nehmen. Nach den Osterferien ist dazu eine Informationsveranstaltung mit amplus geplant. Koch rechnet damit, dass der Breitbandausbau in der Kommune noch bis nach den Sommerferien 2021 andauern wird.

Ebersberg-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Ebersberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus dem Landkreis Ebersberg - inklusive aller Entwicklungen rund um die Kommunalwahlen auf Gemeinde- und Kreisebene. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare