Ein verletzter Hund auf dem Untersuchungstisch in der Tierklinik.
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Ein verletzter Hund auf dem Untersuchungstisch in der Tierklinik. (Symbolbild)

Nicht alle kamen glimpflich davon

Ausweichversuch gescheitert: Autofahrer rammt Pferdekutsche - nun schaltet sich die Organisation PETA ein

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Ein Autofahrer hat eine Kutsche übersehen. Der Leidtragende: ein Hund. Die Tierschutzorganisation PETA fordert nun ein Kutschenverbot von Landrat Niedergesäß.

  • Nahe Frauenneuharting hat ein Autofahrer mit seinem Pkw eine Pferdekutsche gerammt.
  • Die menschlichen Beteiligten an dem Unfall sowie die Pferde kamen glimpflich davon.
  • Ein Hund, der wohl auf dem Wagen saß, musste mit schweren Verletzungen in die Tierklinik gebracht werden.
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Nach Unfall: PETA fordert Kutschenverbot von Landrat Niedergesäß

25. September 2020: Nach dem Verkehrsunfall in Jakobneuharting hat sich nun die Tierschutzorganisation PETA eingeschaltet. Der Verein hat ein Schreiben an Landrat Robert Niedergesäß (CSU) geschickt. PETA fordert darin, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Ebersberg zu prüfen. Die Tierrechtsorganisation warnt seit vielen Jahren vor den Risiken von Pferdekutschen.

„Die langsamen Pferdekutschen verursachen auf den Straßen immer wieder gefährliche Situationen. Sie gehören einfach nicht in den modernen Straßenverkehr“, sagt Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Da die Gefährte weder über sichere Bremssysteme, Airbags noch eine Knautschzone verfügen, sind schwere Unfälle mit Kutschen vorprogrammiert.“ Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier sei deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.

Das Erschrecken der Pferde ist die häufigste Unfallursache laut PETA

2019 wurden bei insgesamt 59 Kutschunfällen in Deutschland zwei Menschen getötet und mindestens 142 verletzt. Das berichtet die Tierschutzorganisation. Darüber hinaus seien im Jahr 2019 zwei Pferde gestorben, vierzehn weitere Tiere verletzten sich demnach. Die mit Abstand häufigste Unfallursache sei das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde.

Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind.

Das Gespann übersehen: Auto kann nicht mehr ausweichen

Jakobneuharting – Ein Autofahrer hat am Mittwochmittag in Jakobneuharting (Gemeinde Frauenneuharting ein Pferdegespann gerammt. Der Hauptleidtragende: Ein Hund, der wohl auf dem Gespann mitgefahren ist. Das Tier könnte querschnittsgelähmt sein.

Frauenneuhartings Feuerwehrkommandant Georg Renner berichtet, der Fahrer eines weißen Fiats, ein älterer Herr, habe die Kutsche auf der Hauptstraße am Ortsausgang Richtung Rettenbach wohl übersehen. Ein Ausweichversuch scheiterte, weshalb das Auto das Fuhrwerk mit der linken Vorderseite erfasste. Dabei wurde der Pferdewagen schwer beschädigt.

Zwei Frauen auf der Kutsche kommen glimpflich davon - auch die Pferde bleiben unverletzt

Eine der beiden jungen Frauen auf dem Wagen habe einen Schock erlitten, die andere eine leichte Armverletzung. Das eingespannte Pferd sowie eines, das frei nebenher lief, blieben unverletzt, berichtet der Feuerwehrkommandant. Auch der Autofahrer sei wohlauf.

Tierklinik muss sich um schwer verletzten Hund kümmern - Verdacht auf Querschnittslähmung

Ein Hund, der offenbar mit auf dem Wagen war, wurde dagegen so schwer verletzt, dass er in die Tierklinik musste. An der Unfallstelle hieß es, dem Tier drohe eine Querschnittslähmung.

Bei dem Unfall im Einsatz waren die Feuerwehren Frauenneuharting und Aßling, zwei Rettungswagen sowie die Polizei.

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