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Eduard Koch im gelben T-Shirt, Bürgermeister von Frauenneuharting und Torwart der örtlichen Kinderfußball-Mannschaft. Seit 2013 leitet er die Gruppe und freut sich über neue Mitspieler.

Bürgermeister tobt mit Kindern - jede Woche

Fußball mit dem Koch

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Weil es zu wenige Übungsleiter im TSV Frauenneuharting gibt, zieht sich Bürgermeister Eduard Koch (62) regelmäßig seine Sportklamotten an und sorgt dafür, dass sich Buben der Gemeinde beim Ballspiel austoben können. Ein Besuch in der Turnhalle.

Obacht! Kurzer Anlauf, dann zieht Maxi durch, sieben Meter Torentfernung, Vollspann. Der blaugepunktete Fußball rast auf Eduard Koch zu. Da, eine Lücke, rechts, einen halben Meter breit. Aber Koch reagiert blitzschnell. Die rechte Hand schnellt zur Seite: Torschuss abgewehrt. Wieder einen. Maxi schüttelt den Kopf.

Gut, dass die Kinderfußball-Mannschaft aus Frauenneuharting Eduard Koch hat. Nicht nur, weil er den Kasten sauber hält. Ohne ihn würde es die Sportgruppe beim TSV gar nicht geben. Eduard Koch, 62 Jahre, ist der Bürgermeister der kleinen Gemeinde. Sein Markenzeichen beim Sport: Ein gelbes Ecuador-T-Shirt. Eigentlich ist der Tor-Titan Schalke-Fan, aber bei den ganzen FC-Bayern-, Löwen- und Dortmund-Fans in der Gruppe, dürfte er recht froh sein, in dem etwas neutraleren Ecuadorhemd aufzulaufen, oder?

Beim Sport geht es um den Sport, um sonst nichts

Fehlanzeige! Eben nicht. Es mache eben keinen Unterschied, welches Trikot die Kinder tragen, wo sie herkommen oder heißen, betont Koch. „Beim Sport geht es um den Sport.“ Und der Sport sei ein Schlüssel für die Integration. Querelen über Herkunft, Religion oder welchem Fußballverein man angehöre, gebe es nicht. Deshalb sei es ihm so wichtig, dass es die Gruppe weiterhin gibt.

Alles begann 2013. Eine Tochter von Eduard Koch leitete die Ballsportgruppe, musste aber den Landkreis wegen ihres Studiums verlassen. Der Bürgermeister, der auch TSV-Vorsitzender ist, suchte einen Nachfolger. Es fand sich niemand. Also sprang Koch selbst ein, zwischen der Verwaltungsarbeit und Politikgeschäften schaufelte er sich freie Zeit, um die Gruppe zu leiten. Immer dienstags von 16.15 bis 17.15 Uhr in der Sporthalle im ersten Stock des Feuerwehrhauses in Frauenneuharting „Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kind“, sagt der 62-Jährige. „Ich wollte es nur übergangsweise machen, aber bis heute hat sich kein Nachfolger gefunden.“ Es gebe einfach zu wenige Übungsleiter beim TSV.

Es macht einfach richtig Spaß

Es sei wichtig, dass sich die Kinder einmal in der Woche austoben können, betont Koch. Denn einen richtigen Fußballverein gibt es beim TSV Frauenneuharting nicht. Die Kinder, die im Verein Fußball spielen wollen, gehen nach Emmering. Oder nach Pfaffing, so wie Maxi (9), der beim Siebenmeterschießen dennoch an Eduard Koch scheitert, wie eingangs erzählt. Zur Verteidigung von Maxi: Vielleicht ist die Stärke des Bürgermeisters in diesem Fall auch der tatkräftigen Unterstützung der restlichen Mannschaft im Tor geschuldet (siehe Bild). „Die meisten Kinder kommen aus dem Gemeindegebiet“, sagt Koch. Nur das Bringen und Holen sei immer recht mühsam für die Eltern. Trotzdem hofft Koch, dass noch mehr Kinder in die Gruppe kommen. Jedes Kind im Alter von sieben bis zwölf Jahren, das Lust an Ballsportarten habe, allen voran Fußball, sei in der Sportgruppe des Bürgermeisters richtig und willkommen. Auch ein Übungsleiter sei gerne gesehen, sagt Koch und lächelt. Simon (11) ist seit der Gründung der Gruppe 2010 dabei. Er sagt: „Es macht einfach richtig Spaß.“

Wer Interesse an der Gruppe hat, kann sich gerne bei Eduard Koch unter Tel. (0 80 92) 31 56 5 oder auf der Internetseite des Vereins, www.tsv-frauenneuharting.de informieren.

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