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„Nicht beschlussfähig“: Bürgermeister Eduard Koch. 

Das gab‘s in 20 Jahren nicht

Frauenneuhartinger Gemeinderat gibt ersatzgeschwächt auf

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Die Gemeinderatssitzung in Frauenneuharting war zu Ende, noch bevor sie überhaupt begonnen hatte. Das Gremium war  personalgeschwächt, dass nichts anderes übrig blieb. „Wir sind nicht beschlussfähig“, stellte Bürgermeister Eduard Koch fest.

Frauenneuharting – „Das ist mir in 21 Jahren noch nicht passiert“, meinte Simon Ossenstetter. Als Urgestein unter den Frauenneuhartinger Ratsmitgliedern konnte er sich nur noch vage daran erinnern, dass in all den Jahren einmal eine Sitzung verschoben werden musste, „weil alle drei Bürgermeister krank waren“. Einer bekam damals eine neue Hüfte, den Stellvertreter plagte eine Lungenentzündung und auch der dritte Mann war gesundheitlich nicht auf dem Damm. „Das war damals so“, erinnert sich Kochs Vorgänger Josef Singer auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Die Sitzung wurde deshalb lieber gleich verschoben. Der Altbürgermeister bescheinigte den Gemeinderäten aber, dass sie eigentlich recht zuverlässig seien. „Wenn’s irgendwie geht, sind die da. Aber das passiert halt einmal“, meinte er zu der „Premiere“ am Donnerstagabend.

Lag’s an der Tagesordnung? Die Antwort auf diese Frage müsste lauten: Ja und auch Nein. Denn komplizierte Vorgänge standen darauf zwar nicht zur Debatte. Besprochen werden sollte unter anderem der Haushalt 2017, den eine Vertreterin der Verwaltungsgemeinschaft als Power-Point-Vortrag mit im Gepäck hatte. Den Bürgermeister mit eingerechnet saßen aber nur sechs Gremiumsmitglieder am Tisch – von 16. Zusätzliches Problem dabei war, dass bei mehreren Tagesordnungspunkten Ratsmitglieder an Rede und Abstimmung gehindert waren wegen persönlicher Betroffenheit. „Jetzt können wir wieder heimgehen“, meinte Koch, nachdem er noch schnell rumtelefoniert hatte. Es wurden nicht mehr.

Dass es diesmal knapp hergehen könnte, war dem Bürgermeister schon vor der Sitzung klar. „Ich hab’ es allen gesagt, es wird kritisch“, berichtete Koch von Telefonaten, die er bis kurz vor Beginn geführt hatte. Zu viele Gemeinderäte waren durch andere Termine oder aus privaten Gründen verhindert und ließen sich auch vom Notruf, den das Gemeindeoberhaupt im Sitzungssaal telefonisch absetzte, nicht umstimmen. „Dann müsst ihr euch halt an den Tisch setzen“, sagte Koch zu den Zuschauern, die die Entwicklung mit wachsendem Interesse verfolgten. Die Angesprochenen quittierten diese nicht ganz ernst gemeinte Einladung mit einem fröhlichen Grinsen.

Wie Koch auf Anfrage bestätigte, wird die ausgefallene Sitzung am kommenden Donnerstag nachgeholt. Die Ladungsfrist wird eingehalten, weil zwischen Einladung und Zusammenkunft nur vier Werktage liegen müssen. Mal schauen, ob’s klappt...

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