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Wer in der Gemeinde Frauenneuharting wohnt, will nicht so schnell wieder weg. Die Gemeinde will das mit einem neuen Projekt ermöglichen.

Gemeinde Frauenneuharting plant interessantes Projekt

Lieber auf dem Land wohnen – auch im Alter

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Ein Haus auf dem Land, großzügig gebaut, wie es eben in den Siebzigerjahren üblich war. Dann sind irgendwann die Kinder ausgezogen, die Rente hat begonnen, das Putzen wurde beschwerlicher – und plötzlich ändert sich der Blickwinkel.

Frauenneuharting – Ältere Menschen würden sich manchmal statt eines Hauses lieber eine kleinere Wohnung wünschen – aber trotzdem gerne im Heimatort bleiben. Auf diese Entwicklung will die Gemeinde Frauenneuharting jetzt reagieren. Deshalb stand das Thema Bauleitplanung in der jüngsten Ratssitzung auf der Tagesordnung, wurde dann aber kurzfristig wieder abgesetzt (wir berichteten). Bei der ersten internen Vorstellung der Entwürfe hatten zu viele Gemeinderäte abgesagt, nicht weil sie kein Interesse gezeigt hätten, sondern weil die Landwirte im Ratsgremium derzeit voll mit der Ernte beschäftigt sind. Der Termin wird nachgeholt, dann kommt die Planung zur öffentlichen Diskussion im Gemeinderat auf den Tisch.

Das Projekt wäre in mehrfacher Hinsicht sinnvoll. Denn zum Einen gibt es eben ältere Bürger in der Landgemeinde Frauenneuharting, die Bürgermeister Eduard Koch gegenüber schon signalisiert haben, dass sie sich von zu groß gewordenem Wohnraum unter Umständen trennen würden. Wer aber Jahre und Jahrzehnte in Frauenneuharting gewohnt hat, will nicht so schnell weg. Die Senioren bräuchten einen Ersatz, der aber muss erst geschaffen werden.

Die Einen wollen nicht weg und es gibt nicht wenige, die in Frauenneuharting gerne wohnen würden, weil sie hier Arbeit gefunden haben. Auch für diesen Personenkreis könnte mit zusätzlichem Wohnraum ein Angebot geschaffen werden. Und schließlich ist die Gemeinde selbst froh, wenn sie Wohnungen vorhalten kann zum Beispiel für das Personal des Kinderhauses, das als Betreuungseinrichtungen einen guten Ruf hat und inzwischen einen positiven Standortfaktor bildet. Wer im Kampf um gutes Personal eine Wohnung anbieten kann, hat die Nase vorne.

In dieser Situation hat die Gemeinde eine Möglichkeit, die sich ihr bot, beim Schopf gepackt. Es handelt sich um ein Grundstück in Jakobneuharting beim Maibaum. In den Besitz kam die Kommune durch einen Grundstückstausch mit einem Landwirt, der Interesse an einem Areal in der Filze hatte, das er zur landwirtschaftlichen Nutzung verwenden kann. Insgesamt hat das Areal einen Umgriff von 9000 bis 10 000 Quadratmeter. Ein Viertel davon darf der Vorbesitzer behalten, drei Viertel sind im Besitz der Gemeinde. Etwa 50 Prozent des Areals werden nach derzeit noch vagen Vorstellungen zu Einheimischenbauland entwickelt. Ein Viertel des Grundes wird aber nicht verkauft, sondern könnte auch zum Mietwohnungsbau Verwendung finden. Dieses Viertel behält die Gemeinde selbst.

Das Konstrukt ist ungewöhnlich, könnte aber ein für Frauenneuharting maßgeschneidertes Modell werden, dass sich im Erfolgsfall sogar auf andere Gemeinden übertragen ließe, noch dazu, wo auch über eine Zusammenarbeit mit Wohnungsgenossenschaften nachgedacht wird. „Momentan sind aber eher 1000 Fragen offen, als dass wir schon 100 Antworten hätten“, räumt Koch ein. Seniorenwohnungen zum Beispiel müssten zwingend barrierefrei sein, Sozialwohnungen dagegen möglichst kostengünstig errichtet werden, damit anschließend die Miete nicht so hoch ist. Ganz am Anfang allerdings steht die Kommune mit diesem Vorhaben nicht mehr und das nicht nur wegen der erfolgreichen Grundstücksverhandlungen. Denn Koch berichtet: „Der Architekt hat schon sehr gute Entwürfe gemacht.“ Jetzt trifft sich zuerst der eigens gegründete Arbeitskreis zusammen mit den Gemeinderäten, dem Bürgermeister, dem Bauleitplaner und dem Architekten, um über die nächsten Schritte nachzudenken, zu denen mit Sicherheit auch gehören wird, wie die Kommune am besten zu Zuschüssen für das außergewöhnliche Projekt kommen wird.

Dann wird es auch für die Frauenneuhartinger Bürger spannend, wenn das Ergebnis im Gemeinderat vorgestellt wird.

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