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Abt Sebastian (Peter Gschwendtner) in seinem Element. Das Publikum im Frauenneuhartinger Gemeindesaal war begeistert.

1. Fastenpredigt 

Willkommen in „Frauenneuhalling“

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So sieht eine gelungene Fastenpredigt aus: In die Frauenneuhartinger Mehrzweckhalle lud am Sonntagmittag der CSU-Ortsverband ein, um sich und anderen von Abt Sebastian aus Ebersberg die Leviten lesen zu lassen. Und der meisterte seine Aufgabe derart bravourös, dass sich die Profis vom Nockherberg eine Scheibe abschneiden könnten. Die Stimmung war besser als die in der Landeshauptstadt, obwohl die Predigt ziemlich lang geriet.

In die Rolle des Abtes schlüpfte Peter Gschwendtner, und sein Schreibteam, bestehend aus Martin Moosmeyer, Markus Wimmer und Peter Loipfinger hatte genau aufgepasst. Keine Begebenheit von örtlicher Relevanz, die sie ausgelassen hätten.

Zielscheibe des Spottes wurde unter anderem Bürgermeister Eduard Koch, dem nachgesagt wurde, dass er direkt neben einem noch nicht errichteten Mariendenkmal auch gerne eine „Kochnische“ mit seiner Bronzestatuette für angemessen halten würde. Praktisch fand das Sebastian. „Dann weiß man nicht gleich, vor wem die Leute eigentlich knien.“

Der Frauenneuhartinger Bundestagsabgeordnete Andi Lenz wurde dafür bedauert, dass er mutmaßlich aus Sparsamkeitsgründen ein Auto fährt, das nur „unwesentlich jünger“ sei als er selbst. Aber anstatt sich einen anständigen, fahrbaren Untersatz zuzulegen, poste er lieber Bilder von seiner Autobatterie, wenn der Wagen auf dem Flughafenparkplatz wieder einmal seinen Dienst versage. Lenz hatte die Besucher vorher in der Halle begrüßt und die zu derbleckenden Personen eingeladen, „sich gerne beleidigt zu fühlen“. Beleidigend aber war die Rede von Sebastian nicht, dafür geistreich.

Unter anderem wurde 2. Bürgermeister Markus Wimmer aufs Korn genommen, weil er in Doppelfunktion als Elektrofachverkäufer und Aushilfsstandesbeamter jung vermählten Paaren gerne mal einen günstigen Toaster aus seinem Sortiment anbiete.

Landrat Robert Niedergesäß wurde für seine Verdienste darum gewürdigt, wie er den ehrlichen Gewerbesteuerzahlern im Landkreis vor Augen führe, dass man die Steuerlast senken könne. Angesprochen waren damit die Briefkastenfirmen, die im Ebersberger Forst ihren Standort haben und dort mit einem geringen Steuersatz belohnt werden, von dem der Landkreis jedoch nicht unerheblich profitiert.

Nicht fehlen durfte freilich auch der Hinweis auf eine unfallträchtige Stelle in der Gemeinde, wo in regelmäßigen Abständen und zu wissenschaftliche Zwecken die Wirkung von stumpfer Gewalt in Form eines Fahrzeugs gegen ein Haus getestet werde. Unter anderem werde dort erforscht, „wie man mit einem Auto eine Haustüre öffnen kann“.

Der Unterhaltungswert von einzelnen Wortbeiträgen in Frauenneuhartinger Gemeinderatssitzungen ist zuweilen derart hoch, dass Abt Sebastian mutmaßte, der Bundestagsabgeordnete Lenz strebe für das Jahr 2020 einen neuen Karriereschritt an. „Er will deshalb unbedingt Gemeinderat von Frauenneuharting werden.“

Leise Kritik an der Siedlungspolitik in der Kommune gab es auch. Ganz gleich, von welcher Seite man sich dem Ort nähere, ins Auge fielen zuerst große Hallenbauten, weshalb Sebastian den Vorschlag für vertretbar hielt, den Ort umzutaufen in Frauenneuhalling. Das Publikum war begeistert und sparte nicht mit Applaus.

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