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Auf sie ist Verlass: Mitglieder der Landkreis-Feuerwehren am Sonntag beim Kreisfeuerwehrtag in Frauenneuharting.

Immer wieder werden Kameraden beschimpft

Feuerwehren im Landkreis Ebersberg beklagen mangelnden Respekt bei Einsätzen

Frauenneuharting - Es regnete in Strömen, als die ersten Gäste am Sonntag zum Kreisfeuerwehrtag in Frauenneuharting eintrafen. Traditionell startete der Festtag mit einer Kommandantentagung, bei der die Kreisbrandinspektion den aktuellen Bericht über die Landkreisfeuerwehren vorstellte.

Insgesamt gibt es derzeit circa 2300 aktive Mitglieder (darunter 150 Frauen) in 47 Freiwilligen und einer Werkfeuerwehr. Im Jahr 2015 leisteten sie mehr als 33 000 Einsatzstunden. „Und das alles ehrenamtlich“, wie Kreisbrandrat Andreas Heiß in seiner Rede betonte. Auch an Nachwuchs mangelt es nicht. Mit über 400 Jugendlichen in den 27 Jugendfeuerwehren des Landkreises wurde ein neuer Höchstwert erreicht. „Wir haben die Schallmauer endlich durchbrochen“, zeigte sich Kreisjugendfeuerwehrwart Mathias Weigl zufrieden. Wichtig sei in der Jugendarbeit aber nicht nur die feuerwehrtechnische Ausbildung, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen. Hier unterstütze die Kreisbrandinspektion die Feuerwehren immer wieder mit Angeboten. So sei beispielsweise zeitnah ein Austausch mit der Islamischen Jugend Bayerns geplant, um den Jugendlichen einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen, so Weigl weiter. Die zahlreichen politischen Ehrengäste zeigten sich von den Zahlen beeindruckt. Sie dankten in ihren Grußworten den Feuerwehren für ihre geleistete Arbeit und betonten den wichtigen Dienst, den die Helfer für die Gesellschaft leisten. CSU-Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz, selbst Mitglied der Feuerwehr Frauenneuharting, zeigte seine Verbundenheit, indem er in Feuerwehruniform an der Veranstaltung teilnahm. Kreisbrandrat Heiß appellierte in seiner Ansprache an die politischen Entscheidungsträger, sich für die Belange der Feuerwehren einzusetzen. Während das auf kommunaler und Landkreisebene recht gut funktioniere, sehe er insbesondere in der Gesetzgebung auf Landes- und Bundesebene noch Handlungsbedarf. So seien die geplanten und jüngst vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann vorgestellten Änderungen des Bayerischen Feuerwehrgesetzes ein erster Schritt. Es müssten jedoch weitere Schritte folgen, so Heiß. Insbesondere der mangelnde Respekt vor Einsatzkräften bereite ihm zunehmend Sorge, so der Kreisbrandrat. Es könne nicht sein, dass man in einer Notlage helfe und sich dann dafür beschimpfen lassen müsse. Auch Gaffer würden mehr und mehr zum Problem. Er erwarte hier Regelungen, die ein Durchgreifen ermöglichen. „Ich lade jeden Gaffer ein, zur Feuerwehr zu gehen. Bei uns ist man auch vorn dran, aber es wird geholfen“, sagte Heiß. Nach der Kommandantentagung zogen die Teilnehmer in die bereits gut mit Mitgliedern der Landkreisfeuerwehren gefüllten Festhalle, wo wetterbedingt der von Pfarrer Jakob Brandl und Feuerwehrseelsorger Matthias Holzbauer zelebrierte Gottesdienst stattfand. Doch am Schluss hatte Petrus doch noch ein Einsehen mit den Floriansjüngern und stoppte den Regen – zumindest kurzzeitig. Der Festzug mit mehr als 600 Teilnehmern konnte wie geplant stattfinden. Die Feuerwehren des Landkreises Ebersberg zogen so durch die Straßen Frauenneuhartings, um neben dem Kreisfeuerwehrtag auch das 140-jährige Gründungsjubiläum der Gastgeberfeuerwehr zu feiern.

Tobias Bönte

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