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Die Familie Wurmanstetter aus Frauenneuharting mit den Drillingen im Doppelpack (v. l.): Martin jun. (6), Papa Martin sen., seine Mutter Centa mit Michael (2) und Mama Bettina (39) mit Tochter Eva (3).

Mehrlingsgeburt in Frauenneuhartinger Kuhstall

Drillinge im Doppelpack

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Frauenneuharting - Nachwuchs zu bekommen, ist ein freudiger Anlass. Bei der Landwirtsfamilie Martin und Bettina Wurmannstetter hat Fortuna kräftig Überstunden gemacht. In ihrem Stall gab es zweimal kurz hintereinander eine Drillings-Kälbchen-Geburt. Alle sechs Jungbullen sind kerngesund.

„Das ist extrem selten“, berichtet Friedl Marcher, Besamungstechniker der CRV GmbH in Wasserburg (früher Meggle). „Und dass sie alle gesund sind, ist noch seltener.“ Der 60-Jährige hatte bei dem kleinen Wunder im wahrsten Sinne die Hand im Spiel. Die Kühe wurden von ihm nämlich künstlich besamt.

Seit 40 Jahren ist Marcher schon in seinem Beruf tätig. Eine doppelte Drillingsgeburt hat er bis jetzt noch nicht erlebt. „Das ist für mich eine Sensation“, sagt der 60-jährige stolz. An dem Erfolg haben aber auch noch andere mitgewirkt. Zuallererst einmal der Stier selbst, von dem der Samen stammt. Zweimal in der Woche müssen die Zuchtbullen ran. Dann wird die ihnen abgenommene Samenflüssigkeit auf Keime untersucht und „auch die Genetik wird überprüft“, berichtet der Fachmann.

Bis 23 Uhr dürfen die Bauern aus dem Landkreis Ebersberg bei ihm anrufen, wenn sie das Gefühl haben, die betreffende Kuh wäre „stierig“, also paarungsbereit. Dann fährt Marcher los und verhilft mit dem tiefgefrorenen Samen dem Tier zu Mutterfreuden – in diesem Fall gleich zu einem dreifachen. „Die Mutterkühe wurden von der Geburt aber ganz schön mitgenommen“, berichtet der Landwirt. Inzwischen hätten sie sich wieder erholt.

Mit dem einfachen Besamen ist es nicht getan. Vorher kommt eine Anpaarungsberaterin auf den Hof. „Da haben wir zwei Mädchen, die das machen“, berichtet Marcher. „Das ist fast so wie bei einer Partnervermittlung“, lacht er. Die Anpaarungsberater begutachten die zu besamenden Kühe und wählen dann einen Stier aus, der mit seinen Anlagen schlechte Eigenschaften der Mutterkühe ausgleichen könnte. Und wenn sich die Eigenschaften in die unerwünschte Richtung summieren? „Das kann ich mir nicht leisten, sonst bin ich weg von dem Bauern“, sagt Marcher. Besamungstechniker gab es auch früher schon. Die hießen im Volksmund „Rucksackstier“ und waren zum Teil mit dem Moped unterwegs. „Damals wurde noch Frischsamen verwendet“, erinnert sich Marcher.

Über die zweifache Drilligsgeburt ist man auf dem Hof der Familie Wurmannstetter in Frauenneuharting, genannt „Beim Haasen“ recht froh. Denn die Kälbchen werden jetzt sechs Wochen lang gefüttert und dann auf dem Mühldorfer Kälbermarkt verkauft als „Fresser“. Vorher müssen sie aber noch ein bisschen Gewicht zulegen. Und weil sie bald verkauft werden, bekommen sie auch keinen Namen.

Martin Wurmannstetter (45) freut sich über die zusätzlichen Einnahmen, denn der Milchpreis macht ihm und seiner Familie schwer zu schaffen. Auch beim „Haasn“ gibt es deswegen Überlegungen, selbst einen Milchautomaten aufzustellen. „Der kostet aber schätzungsweise 40 000 Euro“, hat sich der Landwirt schon kundig gemacht.

Obwohl die Milchbauern im Landkreis mit Preisproblemen kämpfen, geht Friedl Marcher die Arbeit nicht aus. Er macht im Umkreis täglich bis zu 30 Besamungen, berichtet der gebürtige Südtiroler. In den Osten von München kam er „wegen der Madl. Bei uns in den Bergen gab es nicht so viele“, sagt er. Inzwischen ist er längst verheiratet und wohnt in Edling.

Beim Haasn gab es übrigens vor vielen Jahren schon einmal eine Drillingsgeburt, kann sich Martin Wurmannstetter erinnern. Damals war ihm der Hof noch nicht übergeben worden und eines der Kälbchen war tot, ist ihm in Erinnerung geblieben.

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