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Maria Fink, hier mit Frauenneuhartings Bürgermeister Eduard Koch (li.) und Landrat-Stellvertreter Martin Esterl an ihrem 95. Geburtstag.

Maria Fink ist mit 96 Jahren gestorben

Trauer um Kramerin von Tegernau: Sie war eine Institution

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Der Kramerladen in Tegernau ist seit Jahrzehnten sozialer Mittelpunkt des kleinen Dorfes in der Gemeinde Frauenneuharting. Und jahrzehntelang war Maria Fink der soziale Mittelpunkt des Kramerladens. Mit 96 Jahren ist die Schneider Mare gestorben. Der kleine Ort hat eine Institution verloren.

Tegernau– Schneider Mare hieß sie in der Nachbarschaft deshalb, weil ihr Mann, Josef Fink, in den Nachkriegsjahren eine Schneiderei im Haus betrieb. Gemeinsam erweiterte das Paar Wohnhaus und Geschäft über die Jahrzehnte. Die Mare kümmerte sich um den Laden und die Familie. Aber auch als es die Schneiderei nicht mehr gab, blieb der Hausname.

Wenn die Ladenglocke klingelte, dann stand die Schneider Mare meist schon hinter der Ladentheke oder räumte Suppenpulver, Putzmittel oder Pralinenpackungen in die engen, bunt bestückten Regale. Und wenn sie nicht im Laden war, dann wartete die Kundschaft gerne ein bisschen, bis die Verbindungstür hinüber zur Wohnung aufging und die Mare hereinkam. Denn neben dem Laden organisierte Maria Fink auch noch den Haushalt, kümmerte sich um ihre drei Kinder, Maria, Heinrich und Sepp, oder schnipselte, rührte und schmeckte das Mittagessen ab. Das Kochen war ihre Leidenschaft – bevor sie zur Kramerin wurde, hatte sie den Beruf gelernt.

Laden, Schneiderei, Familie: Es war eine kleine Erfolgsgeschichte, die Maria und Josef Fink den schwierigen Nachkriegsjahren abringen konnten. Ein Glück, das lange anhielt. Die Familie wuchs, die Mare durfte sich über Enkelkinder freuen. Die Goldene Hochzeit mit ihrem Sepp feierte das ganze Dorf mit.

Doch mit dem Alter blieben die Schicksalsschläge nicht aus. Viel zu bald nach dem 50-Jährigen mit ihrem Sepp starb er nach einem langen Krankenhausaufenthalt. Jeden Tag, solange ihre Beine es mitmachten, besuchte die Mare ihn am Friedhof und pflegte sein Grab. Doch dass die Mare auch am Grab ihrer Tochter Maria stehen musste, die nach schwerer Krankheit starb, traf sie ins Mark.

In den vergangenen Jahren stand die Schneider Mare immer seltener in dem Tegernauer Kramerladen, den sie aufgebaut hatte. Ihr Sohn Heinrich führt ihn mit seiner Frau Jutta weiter. Mares Kräfte, die früher unerschöpflich schienen ließen nach. Nun, mit 96 Jahren, ist sie ihrem Sepp und ihrer Tochter Maria gefolgt. Sie starb daheim, inmitten ihres Lebenswerks – ihres Ladens, ihres Heims und ihrer Familie.

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