Breitbandversorgung

Zuerst der Frauenneuhartinger Kern - dann die Ortsteile

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Frauenneuharting - Fortschritt zum falschen Zeitpunkt kann ein Nachteil sein. Dass die Telekom das Breitbandangebot in Frauenneuharting nach und nach mittels Vektortechnik auf das Niveau von 30 Mbit/s angehoben hat, lässt die betreffenden Anschlüsse aus der Förderung des Freistaates herausfallen. 

Der bayerische Staat fördert nämlich nur dort, wo die 30 Mbit/s nicht erreicht werden. Immerhin: Nach Abschluss der ersten Ertüchtigungsphase, die momentan läuft, sollen 80 bis 85 Prozent der Haushalte in Frauenneuharting und Jakobneuharting schnelles oder zumindest schnelleres Internet haben als bisher.

Der Frauenneuhartinger Gemeinderat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema und segnete auch eine entsprechende Vergabe ab. Kostenpunkt: 200 000 Euro, etwa 40 000 bleiben an der Kommune hängen.

Nach Phase 1 werden die Ortsteile und Einöden drankommen. Ob dabei auch tatsächlich jeder Weiler berücksichtigt wird, ist noch offen.

Glasfaser wird nur bis zum Kabelverzweiger gelegt. Dann geht es mit Kupferleitungen weiter. Das hat Nachteile. Denn bei der Datenübertragung gibt es zwei limitierende Faktoren. Der eine ist die Leitungsdämpfung, die in Kupfer ungleich höher ist als im Glasfaserkabel, der andere ist ein Phänomen, das die Fachleute „Übersprechen“ nennen. Denn die aneinander gepferchten Kupferleitungen beeinflussen sich gegenseitig mit den Signalen, die durch sie hindurchfließen. Beim Vektoring werden diese Signale speziell kodiert. Damit werden Störungen verringert, der Datendurchsatz steigt.

Um den „Durchsatz“, und zwar den von Abwasser, ging es in einem weiteren Tagesordnungspunkt. Alle zehn Jahre lässt die Gemeinde Frauenneuharting ihr Kanalsystem mit einer Kamera befahren.

So ist es in der Vergangenheit gelungen, viele undichte Stellen aufzuspüren. Durch diese Lecks strömt Oberflächenwasser ins Kanalsystem ein, das so das Abwasservolumen der Kommune sinnlos aufbläht. „Das meiste haben wir schon in Schuss“, berichtet Bürgermeister Eduard Koch einigermaßen zufrieden. Bewährt habe sich dabei das sogenannte Inliner-Verfahren. Dabei wird eine Kunststoffhülle in das bestehende Kanalrohr eingebracht und ausgehärtet.

Das Verfahren funktioniert aber nicht überall. An einigen Stellen muss laut aktuellem Sanierungsplan doch gegraben werden. Und diese Arbeiten hat der Gemeinderat jetzt vergeben. Die Kosten dafür halten sich im Rahmen und werden ungefähr bei 7000 Euro liegen.

Rubriklistenbild: © dpa

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