Toni Ried (FW), hier im Gespräch mit Andreas Stephan (li.) vom Landratsamt. jro

Freie verhindern Niedergesäß' absolute Mehrheit

Landkreis - Wenn die Freien Wähler nicht gewesen wären, hätte CSU-Landratskandidat Robert Niedergesäß wohl bereits im ersten Durchgang die absolute Mehrheit erreicht. Vor allem geht es um das Ergebnis von FW-Kandidat Toni Ried, der in seiner Heimatstadt Ebersberg satte 23,6 Prozent holte.

Dies ging wohl auf Kosten von Niedergesäß, der in der Kreisstadt nur 32,1 Prozent erreichte. SPD-Kandidat Ernst Böhm zog mit 36,7 Prozent an ihm vorbei. Zwangen die Freie Wähler also Niedergesäß in die Stichwahl? „Das kann man so sehen“, meint Ried.

In Ebersberg lässt sich auch ablesen, dass Wahlen für die CSU in Bayern kein Selbstläufer mehr sind. Im Ortsteil Oberndorf, sonst eine Hochburg der Christsozialen, lagen beide Kandidaten beinahe gleichauf. Niedergesäß: 39,23 Prozent, Böhm: 38,12 Prozent. Erstaunlich sind die Ergebnisse auch in kleineren Gemeinden wie Bruck (Niedergesäß: 43.9 Prozent, Böhm: 40,0 Prozent, oder Emmering: Niedergesäß: 40,9 Prozent, Böhm: 39,1 Prozent.

Sein bestes Ergebnis erreichte Niedergesäß in seiner Heimatgemeinde Vaterstetten mit 63,5 Prozent. Das liegt jedoch deutlich unter den Ergebnissen, mit denen er in der Großgemeinde 2002 (77 Prozent) und 2008 (75,2 Prozent) im Bürgermeisteramt bestätigt wurde. Innerhalb der Großgemeinde gibt es auch Unterschiede. So lag Niedergesäß in einigen Stimmbezirken in Vaterstetten selbst um oder unter 60 Prozent. In Parsdorf kam er auf über 70 Prozent. Weitere Hochburgen der CSU sind Baiern (62,8), Pliening (54,7) und Forstinning (53,7).

Böhm schnitt vor allem im Süden gut ab, in seiner Heimatstadt Grafing (47,8) und neben Ebersberg, Emmering und Bruck in Aßling (42,3) und Frauenneuharting (39,7).

Ried (FW) konnte neben Ebersberg vor allem in Hohenlinden punkten (26,1 Prozent). Dort gibt es einen Bürgermeister der Freien Wähler.

Die besten Ergebnisse sammelte Grünen-Kandidat Reinhard Oellerer in seiner Heimatgemeinde Anzing (18,9 Prozent) sowie in Poing (17,8), Forstinning (15,7) und Markt Schwaben (14,8).

Eine Empfehlung der Grünen oder der Freien Wähler für die Stichwahl in zwei Wochen gibt es noch nicht. Die Grünen trafen sich am Montagabend zu einer Mitgliederversammlung. Wer nicht dabei sein konnte, wurde laut Grünen-Kreisrätin Waltraud Gruber per Mail zum weiteren Vorgehen gefragt. „Wir werden uns dem Votum beugen“, so Gruber. Die Entscheidung soll heute bekannt gegeben werden. Die Freien wollen sich nach Angaben von Ried am heutigen Dienstag oder am morgigen Mittwoch zusammensetzen.

Robert Langer

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