40 freiwillige Helfer für vier Asylbewerber

Poing - In den nächsten Wochen werden in Poing vier Asylbewerber untergebracht, die Zahl der Poinger Bürger, die ehrenamtlich helfen wollen, den Flüchtlingen beim Start in ein neues Leben zu helfen, ist zehn Mal so groß.

Gut 40 Poinger waren am Mittwochabend zu einer Infoveranstaltung ins Rathaus gekommen, zu der die Gemeinde Poing sowie die beiden Ortskirchen eingeladen hatten. Ziel war es, „Helferkreise“ zu gründen und zu bilden. Dies ist an diesem Abend allerdings nicht geschehen, weil viele Fragen noch unbeantwortet geblieben sind. Woher stammen die Asylbewerber? Wer koordiniert die ehrenamtlichen Helfer? Wer übernimmt den Versicherungsschutz für die Helfer? Was benötigen die Flüchtlinge konkret?

Poings Bürgermeister Albert Hingerl nahm sich und die politische Gemeinde aus der Verantwortung. „Ich sehe mich als Begleiter.“ Erster Ansprechpartner sei das Landratsamt, das mit der Verteilung der Flüchtlinge beauftragt sei. Marion Wolinski, Leiterin des Sozialamtes in der Kreisbehörde, bestätigte dies - konnte aber zu Detailfragen nicht immer eine zufriedenstellende Auskunft geben. In Sachen Koordination und Versicherung beziehungsweise Haftung sagte sie: „Wir arbeiten daran“, oder: „Wir prüfen derzeit, welche Möglichkeiten wir haben“. Außerdem sei das Landratsamt dabei, die Helferkreise in den einzelnen Kommunen zu vernetzen - auch mit Gruppen von freiwilligen Unterstützern in benachbarten Landkreisen.

Heuer werde der Landkreis Ebersberg von der Regierung schätzungsweise 430 Asylbewerber zugeteilt bekommen, informierte Wolinski. Die gelte es, in den Kommunen unterzubringen. „Für die Integration sind Paten am besten, die den Flüchtlingen die ersten wichtigen Dinge in einer Gemeinde zeigen und erklären. Beispielsweise den Supermarkt.“ Außerdem habe die Erfahrung gezeigt, dass die Flüchtlinge unbedingt die deutsche Sprache lernen wollen. Hierfür könnten ehrenamtlich Deutschkurse angeboten werden.

Die Poingerin Gitte Halbeck, die hauptberuflich die Stelle Bürgerschaftliches Engagement beim Sozialreferat München leitet, ist eine der rund 40 Interessierten, die am Mittwochabend zur Infoveranstaltung gekommen waren. Sie war es, die aus eigener beruflicher Erfahrung darauf hinwies, dass eine Versicherung für die ehrenamtlichen Helfer wichtig sei, sowie die Haftungsfrage geklärt werden müsse. Und sie betonte: „Man darf nicht einfach und unkoordiniert drauf los helfen, sonst werden die Asylbewerber überrollt.“

Ins gleiche Horn stieß Poings evangelischer Pfarrer Michael Simonsen, der feststellte: „Wir befinden uns momentan noch in einem luftleeren Raum.“ Erst, wenn die ersten Flüchtlinge in Poing seien, werde man wissen, welche Bedürfnisse sie haben und wo man ihnen konkret und individuell helfen kann. Abteilungsleiterin Wolinski betonte, dass man den Asylbewerbern zunächst „Zeit lassen muss, in Poing anzukommen“. Der Bedarf könne erst geklärt werden, wenn die Personen hier seien.

Die vier Asylbewerber werden laut Wolinski in die Wohnung für Obdachlose einquartiert, die die Gemeinde Poing an der Markomannenstraße (hinter der Polizeiinspektion) besitzt. Aufgrund des Schnitts der Wohnung geht die Abteilungsleiterin davon aus, dass vier Männer hier untergebracht werden. Aus welchen Ländern diese stammen, könne sie derzeit noch nicht sagen. Armin Rösl

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