Oliver Brandhuber, Raiffeisen-Vorstand, will abwarten.

Funkmastgegner drohen Elektrofirma mit Boykottaufruf

Zorneding - Neue Dimension im Behördenfunk-Streit: Eine „Bürgerinitiative“ denkt über einen „Boykottaufruf“ gegen eine Zornedinger Firma nach, weil sich deren Eigentümer und Gemeinderat Hubert Röhrl pro Raiffeisen-Siloturm als Standort für den Funkmasten ausgesprochen hatte.

Das steht in einem Schreiben von Anwohner Rainer Förderreuther an die Raiffeisenbank Zorneding. Darin beklagt er ein „unbefriedigendes Sitzungsergebnis des Gemeinderates“. Das Gremium kann sich nämlich mehrheitlich den Siloturm als Standort durchaus vorstellen (wir berichteten).

Die „Bürgerinitiative“ hatte schon einmal erreicht, dass dort Mobilfunkantennen wieder abgebaut wurden. Förderreuther kündigte nun an, die Initiative „wieder aufleben“ zu lassen. In dem Brief an die Bank legt er die Gründe für seine Besorgnis nochmals dar. Die Bürgerinitiative werde „bis zum Umfallen gegen einen Standort auf dem Siloturm und somit mitten im Wohngebiet ankämpfen“.

Und dann geht Förderreu-ther einen Schritt weiter. „Wir ziehen tief den Hut vor CSU-Gemeinderat Stefan Ruth“, schreibt der Anwohner. Ruth habe die Gesundheitsproblematik erkannt und wisse als Inhaber eines Elektrogeschäftes, wovon er spreche. „Ganz anders Hubert Röhrl, ebenfalls Inhaber eines Elektrogeschäftes.“ Der setze sich intensiv für den Standort Siloturm ein. Konsequenz für Förderreuther ist die Drohung mit einem „Boykottaufruf“.

Hubert Röhrl nahm die Angriffe gestern gelassen. Er kündigte an, sich mit einem eigenen Schreiben an der Debatte zu beteiligen. Darin will er mit Fakten seine Position bekräftigen. „Es geht dabei nicht um eine Privatmeinung, sondern um eine Frage der Sicherheit für die Allgemeinheit“, sagte er.

Die Raiffeisenbank werde nicht „voreilig“ einen Vertrag zum Aufstellen eines Masten abschließen, so Bank-Vorstand Oliver Brandhuber gegenüber der EZ. Vor allem nicht bevor „der Meinungsbildungsprozess abgeschlossen ist.“ Die Bevölkerung solle zunächst über das Thema aufgeklärt werden. Brandhuber betonte erneut, dass gegen den Willen der Bevölkerung der Mast nicht auf dem Siloturm installiert werde.

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