Gaddafi-Sohn war Zornedinger

Zorneding - Der Sohn des libyschen Diktators Muammar el Gaddafi war ein Zornedinger. Zumindest in der Zeit, in der für eine hiesige Baumaschinen-Firma tätig war. Die Nachbarschaft am Herzog-Tassilo-Ring hatte Saif el Arab Gaddafi offensichtlich nicht bemerkt.

Zorneding - Der zweitjüngste Gaddafi-Sohn ist nach Darstellung des Magazins „Focus“ in Deutschland zur unerwünschten Person erklärt worden. Demnach und nach Angaben des bayerischen Innenministeriums darf der 29-Jährige nicht mehr in die Bundesrepublik zurückkehren. In Zorneding war er gemeldet, es stand ihm nach Informationen der EZ eine Einliegerwohnung zur Verfügung.

Am Herzog-Tassilo-Ring arbeitete der Gaddafi-Sohn für eine Baumaschinenfirma. Diese hatte ihn als „Projektmanager“ beschäftigt zu einem angeblichen Jahreseinkommen von mehr als 66 000 Euro. Gaddafis Arbeitgeber ist laut Focus ein 60 Jahre alter Deutsch-Syrer, der mit seinem Angestellten offenbar sehr zufrieden war: Er sei „als Gentleman, sehr zurückhaltend, sehr anständig gewesen“, wird der Geschäftsmann zitiert. Auf Vermittlung Gaddafis habe die Firma eine Asphaltanlage nach Libyen mit einem angeblichen Wert von 400 000 Euro verkauft. „Wir haben auf weitere Aufträge gehofft“, so der 60-Jährige gegenüber dem Magazin. „Ich hoffe sehr, dass er bald wieder auftaucht.“

Zornedings Bürgermeister bestätigte auf Anfrage der EZ Gaddafis zeitweiligen Wohnsitz in der Gemeinde. Die einstige Anmeldung sei der Verwaltung aber nicht sonderlich aufgefallen, weil in den vorgelegten Dokumenten ein anderer, weit verbreiteter arabischer Name eingetragen gewesen sei. „Wenn dort Gaddafi geständen hätte, hätten doch die Alarmglocken geläutet, nicht nur in den jetzigen Situation, sondern auch früher“, sagte Mayr.

Auf den Diktatoren-Sohn als Mitbürger aufmerksam wurde der Rathauschef durch einen Telefonanruf. Mehr wollte der Bürgermeister dazu nicht sagen. Er bestätigte, dass der Libyer in der Gemeinde inzwischen wieder abgemeldet sei. Die Zornedinger Firma, für die Gaddafi gearbeitet hat, sei ihm dem Namen nach bekannt, so Mayr. „Mehr aber auch nicht.“

Auch die Nachbarschaft am Herzog-Tassilo-Ring war nicht auf Saif el Arab Gaddafi aufmerksam geworden. „Keine großen Autos, keine Leibwächter“, sagte ein Bewohner des Viertels. Wenn sich Gaddafi regelmäßig in Zorneding aufgehalten habe, dann habe er dies auf sehr unauffällige Art und Weise getan.

Nach Medienberichten hat sich Gaddafi am 22. Februar über einen Mittelsmann offiziell abgemeldet. Nach Angaben des Innenministeriums sei er nach „Unbekannt/Libyen“ verzogen. Die Abmeldung wertete das Ministerium als Beweis, dass Gaddafi den Meldeort dauerhaft verlassen habe. Mit der Ausreise sei seine Niederlassungserlaubnis erloschen.

Seine erste Aufenthaltsgenehmigung hatte der Libyer im Jahr 2007 erhalten, als er zum „Zwecke eines Sprachkurses und anschließendem Studiums“ in München war.

In der Landeshauptstadt widmete er sich aber nicht nur den Büchern. Mehrfach fiel er der Polizei auf - wegen seines lauten Ferraris und wegen Schlägereien in Nobel-Diskotheken.

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