Erlebnisausflüge gehören mit zum Unterricht. kn

Ganztagsklasse: Erfolgsmodell läuft weiter

Vaterstetten - Die Erfahrungen sind positiv: Das Humboldt-Gymnasium setzt das Modell des gebundenen Ganztagsunterrichts fort. Eltern können sich in Aufnehmegesprächen informierern.

Derzeit gibt es in Vaterstetten eine fünfte Klasse in diesem Modell, im kommenden Jahr wird diese dann als Sechste weitergeführt und eine neue fünfte Klasse kommt dazu. Im Unterschied zur offenen Ganztagsschule ist der Pflichtunterricht in der gebundenen Ganztagsklasse rhythmisiert, das heißt auf Vor- und Nachmittag verteilt. Über den ganzen Tag hinweg wechseln sich Unterrichtsstunden mit Übungs- und Arbeitsstunden ab, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Claudia Gantke. In der Mittagszeit werden auch Freizeitaktivitäten angeboten. Ein durchgehender Aufenthalt in der Schule ist montags bis donnerstags von 8 bis 16.15 Uhr für die Schüler dieser Klasse verpflichtend. Freitags endet der Pflichtunterricht in der Regel um 12.55 Uhr, eine Betreuung bis 15 Uhr ist im Rahmen der offenen Ganztagsschule jedoch möglich.

Bei der gebundenen Ganztagsklasse geht es aber nicht vorrangig um den Aspekt der Betreuung wie in der offenen Ganztagsschule, sondern um zusätzliche fachliche Förderung im Klassenverband und um eine Weiterentwicklung der Lern- und Lehrkultur. So sieht das vom Humboldt-Gymnasium entwickelte Konzept über die Pflichtstunden der regulären Stundentafel hinaus je eine zusätzliche Stunde in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch vor. Diese Stunden sollen laut Gantke der zusätzlichen Übung und Vertiefung dienen sowie die schriftlichen Hausaufgaben in diesen Fächern ersetzen.

Die „Hausaufgaben“ in den anderen Fächern können in speziellen Arbeitsstunden erledigt werden. Die Arbeitsstunden und die fachgebundenen Zusatzstunden werden von Lehrern der Schule gehalten. Ziel ist es, die schriftlichen Hausaufgaben weitgehend in den Schulalltag zu integrieren und damit zu „Schul-Aufgaben“ werden zu lassen. Mündliche Hausaufgaben wie Vokabeln lernen oder Hefteinträge wiederholen sowie schriftliche Hausaufgaben am Wochenende müssen weiterhin zu Hause erledigt werden.

„Die gebundene Ganztagsklasse entlässt die Eltern keineswegs aus der Verantwortung für ihr Kind“, betont Gantke. Auch könne die gebunden Ganztagsklasse keine individuelle Nachhilfe leisten. Die Ganztagsklasse stellt zudem ein freiwilliges Angebot der Schule dar. Über die Aufnahme der Schüler entscheidet die Schulleitung nach einem Aufnahmegespräch mit Eltern wie Schüler. „Ganztagsschüler“ sollten bestimmte Grundvoraussetzungen mitbringen, wie die Bereitschaft und Fähigkeit, zu einem positiven sozialen Miteinander in der Klassengemeinschaft beizutragen, sowie das Ausdauervermögen, das auch ein rhythmisierter Ganztag in der Schule ihnen abverlangt. (lan)

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