Drastischer Lebensmittel-Rückruf - Behörden lösen sogar via „Katwarn“ Gefahren-Alarm aus

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In Kirchseeon-Dorf sind Bäume verschwunden. Der Gemeinderat muss sich mit zwei Fällen beschäftigen. sro

Für Garagen Bäume gefällt

Kirchseeon - Tabula rasa machen zugunsten des Baus von zwei Garagen - mit dem Kirchseeoner Gemeinderat geht das nicht: Ersatzpflanzungen für drei gefällte Bäume müssen her, die Garagen dürfen nicht abgesetzt werden, sondern sollen direkt am Haus entstehen.

Bürgermeister Udo Ockel (CSU) brachte es in der Gemeinderatssitzung auf den Punkt: „Es spricht manches dafür, dass die Bäume verschwunden sind, um anderes zu ermöglichen.“

Der Fall spielt in Kirchseeon Dorf, im Baugebiet zwischen der Ebersberger und der Forstseeoner Straße. Seit Anfang der Neunziger Jahre gilt dort der Bebauungsplan. In dem dazugehörenden Grünordnungsplan sind die schützenswerten Bäume festgelegt. In der aus dem Jahr 2005 stammenden Satzung zum Erhalt von Bäumen jedoch nicht. „Seltsam“ sei diese Konstellation, hatte die Bauverwaltung recherchiert. Da sei wohl damals bei der Satzungserstellung etwas übersehen worden, mutmaßte Ockel. Drei Rotbuchen sollen es gewesen sein, hat Christiane König (Grüne) von Nachbarn erfahren. Im Oktober sollen sie gefällt worden sein. Wie auch immer: „Die im Grünordnungsplan als zu erhaltende festgesetzte Baumgruppe aus Buchen und Kiefern existiert aus unbekannten Gründen nicht mehr“, lautete das Fazit des gemeindlichen Bauamts. „Wir dürfen uns nicht über den Tisch ziehen lassen“, sagte Peter Seitz. Der SPD-Gemeinderat nannte den „Zufall nicht sehr groß, dass die Bäume jetzt einfach weg sind, weil man dort Garagen bauen will.“ Für Ockel geht es „auf jeden Fall um eine Ordnungswidrigkeit“, die es mit einem Bußgeld zu sanktionieren gelte. Wie hoch diese sei, konnte er noch nicht sagen. Das werde vom Landratsamt festgesetzt. Bei dieser Sühne allein wollten es die Gemeinderäte aber nicht bewenden lassen: Die beiden Garagen für die entstehenden Doppelhäuser müssen an diesen angedockt werden, dürfen also nicht dort gebaut werden, wo die Rotbuchen standen, so der einstimmige Beschluss. Der hat Signalwirkung für einen zweiten ähnlichen Fall, ebenfalls in Kirchseeon-Dorf. Auch dort wurden im Weg stehende Bäume gefällt. „Jetzt wissen wir, wie wir auch hier verfahren müssen“, sagte der Bürgermeister.

Eberhard Rienth

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