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Helene Fischer rockt Ferienhof im Landkreis Ebersberg

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Von: Josef Ametsbichler

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Kofferpacken ist wieder Breitensport: Die Tourismus-Branche im Landkreis Ebersberg ist zufrieden.
Kofferpacken ist wieder Breitensport: Die Tourismus-Branche im Landkreis Ebersberg ist zufrieden. © dpa

Gut gelaunte Tourismus-Branche: Veranstaltungen sorgen für gute Buchungslage im Landkreis Ebersberg. „Wir sind zufrieden“, ist von den Betrieben zu hören.

Landkreis – Helene Fischer, ihres Zeichens Schlager-Star, ist künstlerisch umstritten. Doch den Erfolg hat sie auf ihrer Seite: Rekordverdächtige 150 000 Fans sollen am 20. August für die dann 38-Jährige („Atemlos durch die Nacht“) auf dem Riemer Messegelände zusammenströmen. Ein bisschen was von diesem Andrang bekommt auch der Landkreis Ebersberg ab: „Das Konzert verbinden viele mit einem Kurzurlaub“, sagt Maria Heller vom Gästehof Kressiermühle bei Forstinning. Bis aus Rostock habe sie Buchungsanfragen für ihre acht Zimmer bekommen.

Dieses Helene-Fischer-Phänomen ist offenbar symptomatisch für die Situation der Tourismusbranche im Landkreis Ebersberg. Das zeigen ein stichprobenartiger Rundruf.

Tourismusverein Grafing sagt: Sind wirklich zufrieden

Brigitte Binder, Vorsitzende des Tourismusvereins Grafing, sagt: „Ich bin wirklich zufrieden. Die Leute schnuppern wieder Frischluft!“ Damit meint sie nicht unbedingt Konzertbesucher, sondern auch Menschen, die für private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder die Einschulung des Enkelkinds in die Region reisen. Offenkundig gibt es mit Blick auf vergangene mageren Jahre Nachholbedarf. Bis Oktober sei ihre Ferienwohnung durchgebucht, auch bei den anderen Vereinsmitgliedern schaue es gut aus.

Weniger präsent scheinen dagegen die klassischen Urlauber zu sein, die vom bestens gelegenen Landkreis Ebersberg aus München oder den Chiemgau erkunden. „Die fahren heuer nach Italien“, vermutet Maria Heller aus Forstinning. Trotzdem: Ihre Zimmer in der Kressiermühle seien gut nachgefragt. „Wir sind zufrieden“, sagt die Gastwirtin. „Aber zufrieden sind wir immer!“

Radeln in der Gegend liegt voll im Trend

Im Trend sei übrigens das Radeln in der Gegend, sagt Heller. Eine Beobachtung, die auch Franz Schwaiger vom gleichnamigen Hotel in Glonn bestätigt. Er ist der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga im Landkreis Ebersberg und sagt: „Die Leute hungern darauf, dass sie wieder was machen dürfen!“ Das zeige sich bei jeder Feier und Veranstaltung – und bei der Buchungslage in Hotels wie dem seinen mit 64 Zimmern und 24 Appartements. 60 Prozent Inland, 30 Prozent Europa, 10 Prozent Welt, rechnet er zur momentanen Herkunft seiner Gäste vor.

Den beobachteten Radl-Boom („Ganz großes Thema!“) verknüpft der Dehoga-Chef mit einer Kritik: „Der Landkreis hinkt da noch hinterher.“ Dass etwa Radweg-Verbünde an der Landkreis-Grenze einfach endeten, in Feldwege mündeten oder sich Fahrrad-Touristen etwa in Glonn die Fahrbahn mit zigtausenden, teils mautflüchtigen Lkw teilen müssten: nicht erhebend. Nach den Corona-Jahren scheint das aber ein verkraftbarer Wermutstropfen. „Das Geschäft läuft sehr gut an“, sagt auch Schwaiger in Glonn.

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Der Landkreis Ebersberg scheint beim Tourismus von einer recht gesunden Mischung aus Touristen, Familien-, Veranstaltungs- und Messebesuchern zu profitieren, die die Zimmer derzeit bis auf wenige Lücken füllen. Und nicht zu vergessen Handwerker auf Montage, die ganzjährig auf Schlafgelegenheiten angewiesen sind – und die manchem Gastwirt lieber sind als etwa Wiesn-Besucher, die einen Volksfest-Rausch ins Haus ziehen.

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