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Geflügelpest ist auf dem Vormarsch

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Von: Michael Acker

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Vogelgrippe
Die Geflügelpest breitet sich wieder in Deutschland aus. Der Landkreis Ebersberg könnte schon sehr bald betroffen sein. © dpa

Die Geflügelpest ist wieder auf dem Vormarsch. Im Landkreis Ebersberg sind rund 800 Geflügelhalter betroffen. Sie sollten besondere Schutzmaßnahmen treffen, fordert Julia Ziegler, Veterinärin im Landratsamt.

Landkreis - Seit Mitte Oktober kommt die Krankheit besonders in Norddeutschland vermehrt vor. Die positiven Funde bei Wildvögeln in den Landkreisen Cham und Nürnberger Land zeigen laut Ziegler, dass das aktuelle Geflügelpestgeschehen inzwischen auch Bayern erreicht hat. Über Zugvögel bestehe eine erhebliche Einschleppungsgefahr. Zudem sei davon auszugehen, dass es durch bereits infizierte Wildvögel zu einer weiteren Ausbreitung in der bayerischen Wildvogelpopulation kommen werde. Eine einsetzende Kälteperiode würde diesen Prozess nach den bisherigen Erfahrungen stark beschleunigen. Mit weiteren HPAI-Funden bei Wildvögeln in Bayern sei somit mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen.

Geflügelhalter sollten Hygienemaßnahmen überprüfen

„Für Geflügelhalter ist es bereits in der aktuellen Situation wichtig, ihre Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen zu überprüfen und falls erforderlich zu optimieren“, informiert Ziegler. Die Anforderungen nach der Geflügelpest-Verordnung müssten in jedem Fall eingehalten werden. Besondere Vorsicht gelte vor allem für Betriebe mit möglichem Außenkontakt von gehaltenem Geflügel mit wilden Wasservögeln. Da auch eine erneute Aufstallungspflicht für Geflügelhaltungen noch im Jahr 2021 nicht ausgeschlossen werden kann, komme der Vorbereitung von entsprechenden Konzepten zur tierschutzgerechten und tierseuchenkonformen Aufstallung des Geflügels eine enorme Bedeutung zu, sagt die Veterinärin.

Diese Punkte sind zu beachten

Geflügelhalter müssten nun einiges bedenken. Insbesondere sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden: Wie kann ein zusätzlicher Auslauf – geschlossen überdacht und seitlich gegen das Eindringen von Wildvögeln gesichert – für die Tiere geschaffen werden. Ist ein Notfallplan für das Auftreten von Federpicken bekannt bzw. vorhanden? Ist geeignetes, zusätzliches Beschäftigungsmaterial wie z.B. Luzerneheu, Pickblöcke in ausreichender Menge vorhanden bzw. kann es erforderlichenfalls schnell organisiert werden? Wie kann ein „gutes“ Stallklima auch bei dauerhaft geschlossenen Auslauföffnungen gewährleistet werden? Müssen zusätzlich elektrische Lüfter eingesetzt werden? Werden geeignete Maßnahmen ergriffen, um den Eintrag von Tierseuchenerregern in die Stallungen zu minimieren? Das wären zum Beispiel eine Hygieneschleuse oder Hygienezone mit Desinfektionswannen oder -matten, Schutzkleidung, Schuhwechsel, Schutz vor Wildvögeln?

Neue Broschüre liefert anschauliche Tipp

Informationen und anschauliche Tipps zu Biosicherheitsmaßnahmen und Aufstallungspflicht in Hobbyhaltungen für Hühner liefert eine neue Broschüre des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Die Broschüre „Informationen zur Hobby-Hühnerhaltung“ ist kostenlos auf den Seiten des LGL verfügbar: Bei Bedarf kann sie auch im Veterinäramt Ebersberg abgeholt werden.

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