Gut geflutet

Poing - Der vielen überfluteten Keller, Häuser und Straßen zum Trotz: Es gibt auch gute Nachrichten. In Poing und Markt Schwaben haben die Hochwasser-Schutzmaßnahmen wie Kanalsanierungen und neue Regenrückhaltebecken ihre erste Nagelprobe bestens bestanden.

Nach dem Hochwasser im August 2002, als nach einem Starkregen Teile von Markt Schwaben und Poing überflutet waren, haben die beiden Kommunen rasch gehandelt: der jeweilige Gemeinderat beschloss, nach intensiven Beratungen und Planungen, Schutzmaßnahmen zu errichten, um für solches Hochwasser in Zukunft besser gerüstet zu sein. In Markt Schwaben ist der Postanger umgestaltet und als großes Rückhaltebecken modelliert worden; außerdem entstand in der Nähe des heutigen neuen Feuerwehrhauses eine weitere Rückstaufläche. "Die Maßnahmen haben sehr gut gegriffen", zieht Bürgermeister Georg Hohmann am Montag Bilanz. "Wir hatten bei Weitem nicht die gefährliche Situation wie früher." Dem stimmt die örtliche Feuerwehr zu. "Die Investition in die Umgestaltung des Postangers war mit das Beste, was es gegeben hat", urteilt Kommandant Peter Wierer.

Aufgrund der großen Rückhaltefläche sei der Hennigbach bis zum Altenheim an der Trappentreustraße nicht über die Ufer getreten. "Das Wasser war einen Zentimeter unterhalb der Betonkante", berichtet Wierer. Dennoch habe es im Altenheim einen kleinen Wassereinbruch gegeben, den die Feuerwehr aber schnell in den Griff bekommen habe.

In Poing hat die Gemeinde nach 2002 ebenfalls viel Geld in die Hand genommen, um Schutzmaßnahmen errichten zu lassen. Dazu zählen die Sanierung des Regenwasserkanals in Poing-Süd (vor allem unterhalb der Anzinger Straße), Schutzmaßnahmen am Moar-Weiher sowie die Errichtung eines Rückhaltebeckens am Endbachweg und in der Nähe des Wildpark-Parkplatzes. Darüber hinaus wurden die Pumpen, die Wasser aus den Kanälen der Unterführungen Plieninger Straße und Münchner Straße (bei der OMV-Tankstelle, Richtung A94) schaffen, erneuert bzw. modernisiert. Deshalb sind die Unterführungen am Sonntag trotz des Starkregens frei befahrbar gewesen.

"Alle Maßnahmen haben sehr gut funktioniert", lobt Robert Gaipl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Poing. Die habe in der eigenen Gemeinde lediglich einmal ausrücken müssen, zu einem kleinen Wasserschaden in einem Privathaus. Dennoch waren Gaipls Leute den ganzen Sonntag und teilweise die ganze Nacht zum Montag im Einsatz: in Markt Schwaben, in Forstinning und in Altenerding. In der Gemeinde im Landkreis Erding war Katastrophenalarm ausgelöst worden.

In Poing ebenfalls am Sonntag im Einsatz waren Mitarbeiter des Gemeinde-Bauhofs, berichtet Thomas Stark, Leiter des derzeit in Urlaub weilenden Bürgermeisters Albert Hingerl. "Unsere Bauhofleute haben immer wieder den Rechen im Moarweiher von Schmutz befreit, damit das Wasser gut ablaufen kann."

von Armin Rösl

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