Damit es bei Starkregen kein Hochwasser mehr in Gelting gibt, soll das marode Kanalnetz saniert bzw. erneuert werden. Mit größeren Rohren. Archiv-Foto: dul

Gelting bekommt neuen Kanal

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Gelting - Das Regenwasser-Kanalnetz in Gelting muss saniert, teilweise ganz erneuert werden. Dies soll einhergehen mit dem neuen Kanalanschluss für die Straße „Am Tanzfleckl“. Kosten: knapp 1,1 Millionen Euro.

Bereits seit gut zwölf Jahren ist bekannt, dass die Regenwasserkanäle in Gelting marode sind. Laut einer im Jahr 2002 durchgeführten TV-Kanaluntersuchung sind 94 Prozent beschädigt, teilte Plienings Bürgermeister Roland Frick (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. Zudem seien die Kanäle lediglich für die Straßenentwässerung bemessen „und damit zu gering dimensioniert, um das komplette Niederschlagswasser aufzunehmen“. Die Folgen: In den vergangenen Jahren gab es bei Starkregen Überschwemmungen, weil Wasser vom östlich Geltings gelegenen Moränenhang hinab ins Dorf floss. Versickerungs- und Ableitungsmöglichkeiten gab es nicht ausreichend genug.

Größere Rohre gegen Überschwemmungen

Mit der Sanierung bzw. Erneuerung des kompletten Kanalnetzes soll dies besser werden. Die von der Gemeinde beauftragte Ingenieurgesellschaft Dr.-Ing. Pecher und Partner mbH hat dem Gemeinderat nun vier Varianten der Durchführung präsentiert. Mit 18:1 entschied sich das Gremium für „Alternative 1“, in welcher sämtliche neu zu verlegenden Rohre größer sind als die bisherigen.

Das ist geplant: Ableitung des Regenwasser-Abflusses aus südlicher Richtung über den bestehenden Kanal in der Markt Schwabener Straße und weiter über die Straße „Am Tanzfleckl“ zum Sickerbecken nördlich des Brennereigebäudes (Kanal-Neubau); Ableitung aus nördlicher Richtung von der Markt Schwabener Straße über „Am Tanzfleckl“ zum Sickerbecken; Ableitung des Abflusses aus dem Neubaugebiet über die (noch zu bauende) Erschließungsstraße zur Straße „Am Tanzfleckl“ und weiter zum Sickerbecken (Kanal-Neubau); Entwässerung des Bereichs Hofanger/Sommerhausstraße über den Hofanger zum Sickerbecken (Kanal-Neubau).

„Aus wirtschaftlichen Gründen ist es sinnvoll, diese erforderlichen Maßnahmen gemeinsam mit dem Straßenbau ,Am Tanzfleckl’ und der neuen Erschließungsstraße im südlichen Baugebiet auszuführen“, lautet die Stellungnahme des Plieninger Bauamtes. Kostenschätzung: 1,08 Millionen Euro (brutto).

Anschlusskosten für Grundstückseigentümer stehen noch nicht fest

Unklar ist noch die Frage, wie hoch die Anschlusskosten an das neue Kanalsystem für die einzelnen Grundstückseigentümer sein werden. Dies, so Frick, könne erst nach Erstellung einer Gesamtkalkulation berechnet werden.

Auf Nachfrage von Gemeinderatsmitglied Stefan Seizl (Alternative) teilte Rathaus-Geschäftsführerin Gabriele Jung mit, dass bei einzelnen Grundstücken, auf denen die Möglichkeit für den Bau eines Sickerschachtes bestünde, die jeweiligen Grundstückseigentümer nicht gezwungen werden könnten, ans neue Kanalnetz angeschlossen zu werden. Jene, deren Grundstücke nicht versickerfähig sind, allerdings schon.

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