Gemeinde versucht sich an den Finanzmärkten

Vaterstetten - Vaterstettens Gemeinderäte haben eine neue Form der Einnahmen im Auge. Sie denken darüber nach, momentan nicht benötigte Kredite günstig aufzunehmen und das Geld zu höheren Zinsen anzulegen. Die Differenz zwischen den beiden Zinssätzen sei der Gewinn für die Kommune.

Während die ersten Ge-meinderäte sich noch am angeblichen Gewinn erfreuten, warnte Jo Neunert (SPD) im Finanzausschuss, "auch wenn das rechtlich zulässig, ist, habe ich moralische Bedenken", da die Gemeinde zum "Finanzjongleur" werde. Auch Kämmerer Karl Freisle-ben zeigte sich skeptisch. Der gemeindliche Prüfer habe "nicht sehr begeistert" reagiert. Freisleben weiß auch nicht, "was der Kommunale Prüfungsverband dazu sagen wird". Eine rechtliche Prüfung stehe noch aus.

Ganz anders Rainer Nit-sche (CSU), der vor seiner Pensionierung in einer Bank tätig war. Er sieht eine Gewinnchance von "locker 22 000 Euro" - für jede aufgenommene Million. Rainer Gardein, Chef der Kreditabteilung der Raiffeisenbank Zorneding, hält diese Rechnung für schlichtweg falsch. Kredite gibt es auch für privilegierte Kommunen nicht un-ter fünf Prozent. Die Gutha-benzinsen liegen aktuell un-ter fünf Prozent, was nach Abzug der auch für Kommunen fälligen Abgeltungssteuer nicht einmal 3,75 Prozent Ertrag bedeutet. Damit ergibt sich ein jährlicher Verlust von mindestens einem 1,25 Prozent. Allerdings nur wenn sich die Zinssituation nicht verschlechtert und damit der Verlust noch höher wird.

Anders begründet Bürgermeister Robert Niedergesäß seine vorläufige Zustimmung zum Plan. Die Gemeinde benötige in einigen Jahren ohnehin Kredite und die wolle er jetzt schon aufnehmen, weil er davon ausgeht, dass die Zinsen später höher seien.

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