Gemeinderäte wollen Hilfe organisieren

Steinhöring - Behinderte Menschen sollen am Bahnhof Steinhöring nicht vor Barrieren stehen.

Es bleibt dabei: Bis zum Jahr 2024 können Rollstuhlfahrer am Bahnhof in Steinhöring ohne fremde Hilfe nicht in den Zug einsteigen. Sie müssen sich einen Tag vorher anmelden (!) oder darauf vertrauen, dass ihnen ein freundlicher Mitbürger eine Rampe vor den Rollstuhl legt. In Steinhöring ist eine der größten Betreuungseinrichtungen für Behinderte in Bayern.

Große Empörung unter Betroffenen und Bürgern hat ein Bericht der Ebersberger Zeitung ausgelöst, dass behinderte Menschen des Betreuungszentrums Steinhöring auch nach dem teuren Umbau des dortigen Bahnhofs nicht ohne fremde Hilfe in den Zug gelangen. Dass dem so ist, bestätigt Bernd Honerkamp von der Deutschen Bahn in einer Reaktion auf den Artikel der Heimatzeitung. Trotz barrierefreien Bahnhofsumbaus bestehe noch keine vollständige Barrierefreiheit. „Das liegt an den Fahrzeugen, die in Steinhöring halten“, berichtet er. Auf der Linie verkehren auch nach dem Umbau die alten Züge, deren Einstiegshöhe nicht zur Bahnsteigshöhe passt. „Für den weiteren Einsatz der Baureihe VT 628 sprach, dass die Züge sehr zuverlässig und bei der Südostbayernbahn noch in einem guten Zustand sind“, sagt Honerkamp. Angesichts der begrenzten Finanzmittel für die Bestellung des Regionalverkehrs hätten die staatlichen Mittel entweder in neue Züge oder in eine Verbesserung des Fahrplanangebots investiert werden können. Der Freistaat entschied sich für das verbesserte Fahrplanangebot und damit gegen die Bedürfnisse der Behinderten.

Inzwischen hat sich der Grafinger CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber „unverzüglich nach Bekanntwerden der in der EZ geschilderten Barriereproblematik“ des Themas angenommen. „Die Südostbayernbahn sagte zu, zusammen mit dem Betreuungszentrum Steinhöring an einer Lösung zu arbeiten. Dabei erhielt ich die Zusage, dass Steinhöring Pilotstation mit einer mobilen Einstiegsrampe werden soll.“ Die Gemeinderäte Bärbl Starringer und Willi Slowaczek wollen laut Honerkamp zusammen mit Wohnbereichsleitern des Betreuungszentrums einen Dienst organisieren, der dafür sorgt, dass Behinderten mit der Rampe beim Einsteigen geholfen wird. Michael Seeholzer

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