Gemeinderat gegen „Schauprozess“

Kirchseeon - Der Kirchseeoner Gemeinderat hat beschlossen, nicht gegen den 45 Meter hohen Funkmasten zu klagen, den O2 bei Osterseeon bauen will.

„Wir bringen den Fuß nicht mehr in die Türe.“ So hat Kirchseeons Bürgermeister Udo Ockel (CSU) die überaus geringen Erfolgschancen für eine Klage der Gemeinde gegen den 45 Meter hohen Funkmasten umschrieben, den O2 bei Osterseeon bauen will. Nur drei Gemeinderäte wollten dennoch vor Gericht ziehen. Harry Blöchl, Peter Seitz (beide SPD) sowie Hubert Reinhardt (CSU) wollen nicht hinnehmen, „dass wir für dumm verkauft worden sind“, wie Seitz sagte. Genau dies geschah auch wegen eines Fehlers in der Gemeindeverwaltung, aus dem in der jüngsten Sitzung aber niemand parteipolitisches Kapital schlagen wollte. Im Rathaus wollte man mit O2 offene Fragen klären, wartete vergeblich auf Antwort und verpasste dabei eine achtwöchige Frist.

Zwischenzeitlich hat das Landratsamt den Bau des Sendemasts genehmigt. Ockel: „Hätten wir auch fristgerecht unser Einvernehmen verweigert, wäre es durch das Landratsamt ersetzt worden.“

In der Genehmigung steht alles, was der Mehrheit des Gemeinderats jetzt den Mut nahm, vor den Richter zu ziehen: „Wir haben keine 0,001 Prozent einer Chance“, brachte es Peter Kohl (CSU) auf den Punkt. Selbst Christoph Köhler von den Grünen, bislang entschiedenster Gegner des Mastes und Osterseeoner Anlieger, gab klein bei: „Wir haben durch unsere unüberdachte Entscheidung im Januar O2 den Weg geebnet. Es wäre nur ein Schauprozess. Dennoch, wie O2 sich verhalten hat, uns nämlich einfach nur warten lassen, bis die Frist verstrichen war, ist eine Unverschämtheit.“ Ockel will dennoch die Anlieger nochmals zu einem Runden Tisch laden und auch mit O2 reden.

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