Rudolf Heiler Grafinger Bürgermeister, zollt der Gesundheit Tribut.

Die Gesundheit: Bürgermeister Rudolf Heiler tritt nicht mehr an

Grafing - Der Grafinger Bürgermeister Rudolf Heiler wird bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 nicht mehr antreten. Das gab er am Freitagvormittag in einer persönlichen Erklärung bekannt. Seine Gesundheit erlaube ihm kein Weitermachen.

Am 16. März 2014 findet die nächste Kommunalwahl statt, die nächste Legislaturperiode beginnt im Mai 2014. „Rechtzeitig und damit mehr als ein Dreivierteljahr vor diesem Termin gebe ich bekannt, dass ich bei dieser Kommunalwahl für das Amt des ersten Bürgermeisters der Stadt Grafing nicht mehr kandidieren werde“, teilt Heiler mit. Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. „Sie war - persönlich gesehen - möglicherweise sogar die schwierigste in meinem bisherigen insgesamt 33-jährigen kommunalpolitischen Engagement.“

Heiler begann als ehrenamtlicher Bürgermeister in Egmating und wurde von der Grafinger CSU erfolgreich ins Rennen um den Posten des Rathauschefs geschickt. Seit 17 Jahren arbeitet er als hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Grafing.

Diese Zeit war aber bald überschattet von internen Auseinandersetzungen in der CSU, die schließlich zu Heilers Parteiaustritt führten. Er schloss sich den Freien Wählern an. „Vor etwa drei Jahren erlitt ich bekanntlich einen Herzinfarkt - nach einem kurzen Klinikaufenthalt und einer Reha-Maßnahme musste ich allerdings wenige Zeit später doch am Herzen operiert werden“, schildert Heiler, dass er einen Bypass-Eingriff über sich ergehen lassen musste. „Nochmals schloss sich eine Reha-Maßnahme an, so dass ich ein Vierteljahr lang die Dienstgeschäfte nicht mehr ausüben konnte“, berichtet der Bürgermeister.

Im Anschluss daran habe er „kürzer treten“ und die Arbeitszeit von regelmäßig mindestens 60 Wochenstunden reduzieren müssen. Es wurde trotzdem nicht besser. „In letzter Zeit musste ich mich mehrfach in ärztliche Behandlung begeben. Es zeigte sich, dass es ratsam ist, mich nicht mehr in diesem Maße wie bisher zu belasten.“ Der medizinische Ratschlag dafür sei eindeutig gewesen. „Ich habe diesen ärztlichen Rat zusammen mit meiner Familie gerade in den letzten Wochen intensiv abgewogen Letztlich musste ich mich aber im Für und Wider für meine Gesundheit entscheiden.“

Dass er sich nicht mehr der Wahl und damit der Entscheidung der Bürgerschaft im nächsten Jahr stellen könne, bedauere er außerordentlich. „Ich hoffe aber, dass die Bürgerinnen und Bürger, die mir bei den Wahlen 1996, 2002 und 2008 stets ihr Vertrauen schenkten, meine politischen Weggefährten und die vorbildlich arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadt Verständnis für diese Entscheidung aufbringen.“

Die Grafinger Stadträte haben großes Verständnis für Heilers Entscheidung. „Verständlich und nachvollziehbar“, meinte Olaf Rautenberg (SPD) in einer ersten Reaktion. „Manche Stadtratssitzungen waren auch psychologisch für ihn eine große Belastung.“

„Ich war schon überrascht, dass das zum jetzigen Zeitpunkt kommt“, bekannte Heilers Stellvertreterin, Susanne Linhart (CSU). Sie könne den Grafinger Bürgermeister aber verstehen. „Das ist schon ein Stressjob.“

„Es geht um ihn als Menschen im Moment“, sagte Angelika Obermayr (Grüne). „Rein aus menschlicher Sicht ist diese Entscheidung sicherlich positiv für seine Gesundheit.“

Von Michael Seeholzer

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