So könnte es an der A 94 bald aussehen: Eine Studie des Investors Aktive-Group mit Blick in Richtung München. Foto: kn

Gewerbegebiet Parsdorf genehmigt: 40 Fußballfelder voller Zwist

Vaterstetten - Es ist nach wie vor heftig umstritten. Es hat Zwist unter den Landkreis-Kommunen gesät, wie kaum ein anderes Projekt. Vaterstettens Bürgermeister Robert Niedergesäß (CSU) war „Größenwahn“ vorgeworfen worden, sein Fraktionschef Michael Niebler hatte „zurückgeballert“ und vor einer „Neiddebatte“ gesprochen. Die Rede ist vom Gewerbegebiet in Parsdorf. Es ist auf der Zielgeraden.

Die Regierung von Oberbayern hat den Flächennutzungsplan für das Projekt südlich der Autobahn A 94 auf einer Fläche von 40 Fußballfeldern genehmigt.

„Wir sind noch nicht durch, aber auf einem sehr guten Weg“, freut sich Vater-stettens Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU), der derzeit seinen wahlkämpfenden Chef vertritt, der bekanntlich Landrat werden will. Es könne „immer noch etwas passieren, aber das glaube ich eigentlich nicht“, sagt Wagner mit Blick auf mögliche Klagen.

Skepsis ist angebracht. Ursprünglich war auf dem Gelände auch ein „Fachmarktzentrum“ mit einer Reihe von größeren Geschäften unter einem Dach geplant. Unter anderem dagegen waren die Gemeinden aus dem größeren Umkreis Sturm gelaufen. Befürchtet wurde vor allem ein Kaufkraftabfluss für den eigenen, bereits bestehenden Einzelhandel. Und die Kritiker hatten Erfolg. Im Raumordnungsverfahren sprach sich die Regierung von Oberbayern gegen dieses Fachmarktzentrum aus. Die Vaterstettener Entscheidungsträger akzeptierten die Pleite zähneknirschend.

Keine Bedenken bestanden von Seiten der Behörde zuletzt gegen den geplanten Bau- und Gartenmarkt mit wohl rund 12 000 Quadratmetern sowie gegen weitere Gewerbebetriebe. Gesprochen wird dabei auch von einer Großtankstelle und Gastronomie. Entwickelt wird das Areal durch einen Investor, die schwäbische Aktive-Group aus Schemmerhofen.

„Allen Unkenrufen zum Trotz haben wir dieses Gewerbegebiet nun doch innerhalb unseres Zeitplanes so hinbekommen, wie wir es uns gewünscht hatten“, sagt Wagner. Natürlich habe die Gemeinde durch die Einwände im Raumordnungsverfahren „einiges an Widerständen zu überwinden“, räumt er ein. Die erste Ansiedlung erwartet Wagner mit der Feinkostfirma Kugler bereits im Juni.

Eine der Forderungen der Regierung ist jedoch der Bau der „Nordspange“, einer Entlastungsstraße nördlich der A 94. Diese Spange soll „möglichst rasch“ hergestellt werden, „konkret vor Inbetriebnahme der im Gewerbegebiet geplanten Märkte“. Neu geregelt werden soll dadurch auch die Einfahrt Parsdorf auf die Autobahn. Nördlich der A 94 ist eine Kreuzung mit Ampeln vorgesehen sowie eine anschließende Trasse nach Westen bis zur Heimstettener Straße. Von dort aus soll dann eine bereits bestehende Verbindung nach Süden wieder über die Autobahn und zwischen dem Möbelhaus Segmüller und dem Einkaufszentrum Parsdorf City hindurch führen. Die Finanzierung der „Nordspange“ sei gesichert, sagt Wagner. Ein entsprechender „Städtebaulicher Vertrag“ mit dem Investor sei vor drei Wochen unterschrieben worden. Damit sind wohl auch Spekulationen vom Tisch, der Investor könnte nach dem Aus für das Fachmarktzentrum aussteigen. „Sonst hätte er jetzt nicht unterzeichnet“, sagt Wagner. Und ohne die Zusage der Finanzierung hätte die Gemeinde nicht unterschrieben. Wagner ist sich sicher, dass das Gebiet zu einem Erfolg wird, „und mittelfristig auch spürbare Erleichterungen für die Gemeindekasse bringen“ werde.

In der Planung enthalten sind kleinere Einzelhandelseinheiten zur Versorgung im kleineren Umkreis wie Supermarkt oder Getränkemarkt. Wagner: „Was mich am meisten freut, ist die Tatsache, dass unsere Parsdorfer Bürger künftig zum Einkaufen nicht mehr nach Poing, Haar oder Kirchheim fahren müssen.“

Von Robert Langer

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