Glasdach über Marktplatz

Grafing - Das Grafinger Unternehmen "Intersport Kipfelsberger" darf sich nicht auf dem Lenter-Gelände ansiedeln. Das beschloss der Bauausschuss nach kontroverser Diskussion. Das letzte Wort dazu scheint jedoch noch nicht gesprochen.

Zur Debatte stand ein Grundsatz der Stadt, im Randbereich kein "innenstadtrelevantes Sortiment" zuzulassen. Heißt: Keine Konkurrenz für den Marktplatz (wir berichten). Falls das gekippt wird, befürchtet Bürgermeister Rudolf Heiler (CSU) einen "schleichenden Tod" der Innenstadt sowie die Vernichtung von Existenzen. Und Heiler warnte davor, einen Präzedenzfall zu schaffen. Dann könnten nämlich andere Interessenten auch ein Ansiedlung in einem Gewerbegebiet einfordern.

"Den schleichenden Tod haben wir doch schon länger", konterte Anja Walz (CSU) und verwies auf die leer stehenden Geschäfte. "Der Einzelhandel verändert sich", betonte Ottilie Eberl (Grüne). Sie will an der bisherigen Regelung nicht mehr festhalten. Aber: "Ich will auch kein Einkaufszentrum á la Riem-Arkaden." Für Franz Frey (SPD) sind Angebote im Stadtrandbereich und ein attraktives Stadtzentrum nebeneinander möglich. "Unser Marktplatz ist so attraktiv, dass die Mieten steigen", meinte Angelika Obermayr (Grüne). Das sei das freie Spiel der Kräfte. "Wir wollen etwas steuern, sind aber nicht erfolgreich damit." Und Josef Fritz (CSU) witterte gar Wählertäuschung: "Vor der Wahl waren wir uns doch einig, da passiert nichts da draußen."

Sowohl Heiler als auch Bauamtsleiter Josef Niedermaier verwiesen auf 30 Jahre Innenstadtsanierung. Wenn man die bisherige Regelung aufhebe, dann seien wohl auch keine staatlichen Fördergelder mehr zu erwarten. Andere Kommunen hätten Fördergelder sogar zurückzahlen müsse, so Heiler.

Emanuel Graf von Rechberg forderte, man müsste zunächst das Zentrum so attraktiv gestalten, dass sich auch die hohen Mieten rechneten. Und dann der nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag: "Ein Glasddach über den ganzen Marktplatz."

Investor Fritz Grill (Autostadt Ebersberg) hat die Pläne für einen Kipfelsberger-Umzug auf das Lentner-Gelände noch nicht aufgegeben. Mit einem Bauantrag könnte auch um eine Ausnahmegenehmigung ersucht werden. Darüber müsste jedoch der neue Stadtrat entscheiden, mit neuen Stadträten.

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