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Piet Mayr: „Ich stehe hinter dem Projekt!“

Ärger mit Deutscher Glasfaser

Glasfaser-Kunden in Zorneding drohen jetzt mit Storno

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Kunden wollen Anschlüsse kündigen. Der Druck auf die Deutsche Glasfaser wächst. „So kann es nicht weitergehen“, sagt Bürgermeister Piet Mayr. Der muss sich selbst erklären.  

Zorneding – Der Druck auf die Deutsche Glasfaser wächst. Die Zornedinger Kunden bezeichnen den Breitbandausbau in der Gemeinde als „völliges Chaos“ und „Katastrophe“ (wir berichteten). Jetzt schlägt das Rathaus schärfere Töne an, fordert das Unternehmen auf, zeitnah zu liefern und die Kommunikation mit den Kunden deutlich zu verbessern. „So kann es nicht weitergehen“, sagt Piet Mayr, der Bürgermeister.

Der Frust der Bürger auf die Deutsche Glasfaser gipfelt nun darin, dass Kunden darüber nachdenken, den Anschluss wieder zu stornieren. So wie Daniel Prusinski. Der Zornedinger sagt: Der Glasfaseranschluss verzögere sich derart lange, dass sich „eine große Gruppe“ an Kunden aufbaue, „die die Verträge stornieren wollen“. Das schreibt er so an das Unternehmen. Wolfgang Wach, Ingenieur aus Zorneding, ebenso Kunde, sagt, dass man durchaus nachdenken könne, ein Sonderrecht für eine Stornierung geltend zu machen. Solange noch nicht angeschlossen ist, sei das möglich, heißt es aus dem Rathaus.

Glasfaser. Bis Ende 2017. Hieß es mal

Eigentlich sollten die Haushalte, die sich für einen Glasfaseranschluss beworben haben, diesen schon längst haben. Im September 2017 hieß es: Für die meisten Haushalte solle dieser noch im selben Jahr kommen, wie der Regionalleiter der Deutschen Glasfaser, Martin Herkommer zuversichtlich erklärte. Also Ende 2017. Doch daraus wurde nichts.

Das Rathaus zeigte sich über den Breitbandausbau in der Gemeinde im vergangenen Jahr sehr angetan. Piet Mayr kämpfte für das Projekt, das Rathaus schloss mit der Deutschen Glasfaser Vereinbarungen ab. Es herrschte Freude und Optimismus. Seit einigen Wochen ist mindestens ein Teil der Freude beim Rathauschef verflogen. Viele Bürger laden den Ärger bei ihm ab. Er könne den Frust verstehen. Das Rathaus gebe die Kritik eins zu eins an die Deutsche Glasfaser weiter.

Optimistisch ist Mayr dennoch: „Das Projekt wird abgeschlossen. Ich stehe immer noch dahinter.“ Insbesondere auch deshalb, weil sich die Gemeinde damit zwischen 600 000 und 800 000 Euro spart. Diesen Betrag müsste nämlich Zorneding bezahlen, würde die Gemeinde in Eigenregie Glasfaser verlegen lassen. Einen weiteren Teil würde der Freistaat übernehmen. Dennoch gerät der Rathauschef unter Druck: Daniel Prusinski schreibt in einer Mail an die Gemeinde, diese solle „neue Entwicklungen genau prüfen und Konsequenzen ziehen“.

Glasfaser. Bis Ende 2018. Heißt es jetzt

In den vergangenen Wochen ging der Ausbau in der Gemeinde drunter und drüber. Die Deutsche Glasfaser hat das Vertragsverhältnis mit der ausführenden Firma Enekom beendet, die bisher die Kabel vergraben hatte. Andere Firmen, die beim Ausbau tätig seien, klingelten unangemeldet an Türen der Zornedinger, die völlig hilflos und skeptisch waren. Das Gemeindebild: Aufgerissene Wege, Kabel, die aus der Erde schauen, Müllberge, die am Straßenrand liegen. Wenigstens die seien nun beseitigt, sagt Mayr. Die Gemeinde habe die Deutsche Glasfaser aufgefordert, sie zu entfernen.

Zwar argumentiere die Gemeinde damit, nichts mit dem Glasfaserausbau zu tun zu haben. Dennoch gebe es Vereinbarungen zwischen Rathaus und Deutscher Glasfaser, also Verträge, wie Prusinski schreibt. Die Gemeinde spare sich durch den Glasfaserausbau viel Geld. Der Bürgermeister müsse daher mehr eingreifen, fordern Bürger. Aber: „Jetzt hält sich die Gemeinde dezent zurück“, sagt Wach.

Der Bürgermeister spricht dagegen: „Tun wir nicht!“ Die Gemeinde stünde im ständigen Kontakt mit der Deutschen Glasfaser und fordere diese nachdrücklich auf, den Ausbau zu beschleunigen. Noch in diesem Jahr soll das Projekt abgeschlossen sein, habe das Unternehmen gegenüber Mayr angekündigt. Wolfgang Wach glaubt daran nicht: Er geht von Mai 2019 aus.

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