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Thomas Huber am „El Capitan“ in Kalifornien. Der Filmemacher Werner Bertolan aus Glonn hat die Huberbuam schon öfters bei ihren Abenteuern begleitet.

Werner Bertolan ist in der ganzen Welt zuhause

Glonner dreht mit den Huberbuam

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Werner Bertolan aus Glonn liebt die Berge. Er liebt die Herausforderung. Der  Regisseur dreht Filme über Extremkletterer. Dabei steht nicht der Sport im Vordergrund.

Werner Bertolan auf dem Watzmann-Hocheck.

Glonn – Latok 1. Der 7145 Meter hohe Berg in Pakistan gilt als unbezwingbar. Zumindest über die Nordwand. Verschiedene Seilschaften haben es schon versucht. Keiner hat es je über die Nordroute geschafft. Dazu gehört auch Jeff Lowe – eine amerikanische Kletterlegende. 1978 scheiterte er 150 Meter unterhalb des Gipfels. Thomas Huber, einer der zwei Huberbuam, hat es auch schon versucht – aber nicht geschafft. In diesem Jahr will er noch mal nach Pakistan zum Latok reisen. Werner Bertolan aus Glonn möchte ihn begleiten. Mit der Kamera. Der 58-jährige Regisseur dreht unter anderem Filme über Extremkletterer. Dabei steht nicht der Sport im Vordergrund.

„Thomas ist besessen von dem Berg“, sagt Werner Bertolan an einem Tag Ende Februar. Vor ein paar Jahren habe der Huberbua Jeff Lowe versprochen, einen Stein vom Latok 1 mitzunehmen. Im vergangenen Jahr starb Lowe. Nun sei Thomas Huber noch entschlossener.

Klettern ist hochemotional

Der ideale Protagonist für einen Bertolan’schen Streifen. Mit Servus TV versucht der Glonner einen Sender für die Expedition mit Thomas Huber zu gewinnen. Am nächsten Tag müsse er zu dem Sender nach Salzburg, sagt Bertolan.

Klettern ist hochemotional. An der Wand entstehe ein Spannungsfeld aus Sicherheitsdenken und Besessenheit, den Berg zu erklimmen, sagt Bertolan. Genau diese Kraftfelder versucht der Regisseur in seinen Filmen einzufangen. „Es gibt viele Kletterfilme. Ich interessiere mich mehr für die Menschen dahinter.“

15 Jahre lang in 80 Ländern unterwegs

Werner Bertolan, kurze, graue Haare, schwarze Brille, sympathisches Lachen, hat schon viele Menschen in seinen Filmen festgehalten. Zunächst auf Papier: Während der Schulzeit am Gymnasium in Grafing hat sich Bertolan für Sport interessiert. Mit 16 Jahren arbeitete er als Sportreporter, auch für die Ebersberger Zeitung. Nach einem BWL-Studium in München fing er bei einem Verlag für Bergsport an, und baute dort eine neue Video-Redaktion mit auf. Dort machte er seine erste Bergsteiger-Doku.

Danach ging’s raus in die Welt: Reisereportagen, 15 Jahre lang, 80 Länder, für Sat.1, ZDF und Arte. Weil er so viel unterwegs war, fuhr er zuhause zum Urlaubmachen an den Glonner Steinsee.

1992 dann eine Dokumentation über die umstrittene Regisseurin und Schauspielerin Leni Riefenstahl. Das brachte den Emmy Award – der bedeutendste Fernsehpreis in den Vereinigten Staaten. Bertolan war als Produktionsleiter für den gesamten Film verantwortlich. Eine Koryphäe des Films. Mitten in Glonn.

Die Liebe zu den Bergen begann im Skilager

Seine Liebe zu den Bergen begann früh, im Skilager, sagt der Filmemacher. Jedes mal, wenn er von Glonn aus den Wilden Kaiser in Tirol sieht, geht ihm das Herz auf.

Die spektakulären Szenen aber dreht er nicht selbst, das machen Vollprofis. Sie hängen an einem 60 Meter langen Seil, wie bei Aufnahmen an der Eiger-Nordwand. Unter einem Helikopter. Der fliegt die Kameramänner zu geeigneten Stellen in der Wand. Mehrmals am Drehtag. Von dort gelingen den Filmern die atemberaubenden Aufnahmen. Wer Bertolans Film „Bluad is dicker wia Wossa“ gesehen hat, weiß was damit gemeint ist.

Dschungelcamp? Niemals!

Auf die Frage, welche Filme er nicht machen würde, überlegt der Filmemacher kurz. Dschungelcamp zum Beispiel. „Ich will keine Triebe von Zuschauern befriedigen.“

Ein paar Tage nach dem Treffen, Anruf bei Bertolan: Ob er eine Zusage für den Film mit Thomas Huber von Servus TV erhalten habe? Leider nein. Oft würde aus seinen Skripten nichts werden. Die Erfahrung zeige aber, dass manchmal abgewartet werden müsse, sagt der Bergfilmer. „Aber natürlich nicht aufgeben.“

Lesen Sie auch: Nach Absturz von Bergwand: So geht es Thomas Huber jetzt

Es ist wie beim Klettern: Die Geschichte des Alpinsports und Films sind Geschichten vom Gelingen und Scheitern. Wie Thomas Huber, der es wieder auf den Latok versuchen will. Eine Tour, die als unbezwingbar gilt.

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