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Die Besuchergruppe von Bund Naturschutz und Arbeitskreis Energie informierte sich vor Ort am Windrad in Hamberg über die erste Bilanz.

Erster Großwindanlage im Landkreis Ebersberg zieht nach einem Jahr Bilanz

Strom für 1000 Familien

Ein Jahr lang liefert sie jetzt schon Strom, die Windenergieanlage in Hamberg. Zeit für eine erste Bilanz, meinte der Arbeitskreis Energie und Ressourcen des Landkreises Ebersberg, der zusammen mit dem Bund Naturschutz deshalb zu einem Ortstermin einlud.

Hamberg Mehr als 50 Besucher waren einer Einladung gefolgt, um sich genau zwölf Monate nach Inbetriebnahme in Hamberg in der Gemeinde Bruck über die Erfahrungen der Betreiber zu informieren.

Die Geschäftsführer der Osterkling GmbH, Werner Stinauer und Hans Zäuner, berichteten über die fünfjährige Planungs- und Vorbereitungsphase, über Probleme mit Bürgern und Behörden, über mühsam und schließlich erfolgreich erlangte Bau- und Betriebsgenehmigungen. Der Bau der Anlage selbst dauerte dann nur noch fünf Monate.

„Die Stromernte lag mit 3,3 Millionen Kilowattstunden für das erste Jahr im Bereich der kalkulierten Werte“, so Geschäftsführer Zäuner. „Nach Überwindung normaler Anlaufschwierigkeiten erwarten wir jetzt im zweiten Jahr ein noch etwas besseres Ergebnis“. „Das entspricht dem jährlichen Strombedarf von etwa 1000 Familien“, ergänzte Werner Stinauer von der Betreibergesellschaft Osterkling GmbH, in der sich 16 Familien aus der Umgebung zusammengeschlossen haben.

Raimund Kamm, Vorsitzender des Bundesverbandes Wind Energie für Bayern und Herbert Barthel, Energiereferent des Bund Naturschutz in Bayern, gingen in ihren Wortbeiträgen vor allem auf die Konfliktsituationen beim Bau von Windkraftanlagen ein. Nicht nur Anwohner seien häufig erbitterte Widersacher solcher Projekte, sondern auch Natur- und vor allem Vogelschützer.

„Natürlich müssen bei jeder geplanten Anlage die Auswirkungen auf Mensch und Natur genau geprüft werden, aber ich vermisse bei den Kritikern der Windenergie konkrete Vorschläge, wie die Energiewende ohne Atomkraftwerke, ohne Kohlekraftwerke und dann auch noch ohne Windkraftanlagen erreicht werden soll“, fragte Raimund Kamm die Besucher der Hamberger Anlage.

„Wir brauchen solche Anlagen wie die hier, wo sich Bürger engagieren, Geld investieren und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten“, so Kamm weiter, „denn wir werden auch weiterhin große Strommengen brauchen, für die Elektromobilität und für viele energiegebundene Anwendungen in unserer Gesellschaft.“ Bei ziemlich frischer Witterung deckten die Besucher derweil ihren persönlichen Energiebedarf gleich an Ort und Stelle – am Glühweinstand direkt vor dem Windrad.  ez

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