Zwei Kinder sitzen in der Mariengrotte am östlichen Ortsrand von Glonn. Jugendliche haben das Kleinod als Party-Ort entdeckt. Es kommt immer wieder zu Vandalismus.
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Zwei Kinder sitzen in der Mariengrotte am östlichen Ortsrand von Glonn. Jugendliche haben das Kleinod als Party-Ort entdeckt. Es kommt immer wieder zu Vandalismus.

„Das ist nicht mehr lustig“

Corona-Partys an Mariengrotte: Jugendliche feiern und randalieren - Eigentümerin stinksauer

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Gläubige schätzen sie als Ort zum Beten und Innehalten doch Jugendliche haben sie als Party-Ort entdeckt: Die Mariengrotte in Glonn. Letzteres stößt der Eigentümerin des Andachtsorts, Christine Winhart, sauer auf.

Glonn - Die Marienstatue habe sie am Wochenende aus der Grotte geräumt, um sie vor weiteren Beschädigungen zu schützen: Jugendliche hätten bei abendlichen Saufgelagen an dem etwas abgelegenen Ort die Kerzen, die Gläubige dort anzünden, durchs Torgitter hindurch auf die Muttergottes geworfen. Die Statue müsse restauriert werden, das Wachs klebe überall in der Kapelle auf den Holzbänken, habe sich auf den Steinen festgesetzt. „Ich mag nicht mehr“, sagt Winhart.

Mariengrotte in Glonn: Jugendliche werfen Kerzen von Gläubigen durchs Torgitter

Sie habe Verständnis dafür, dass es junge Leute in Glonn momentan coronabedingt schwer hätten, einen Ort für Unternehmungen zu finden. Aber über die regelmäßigen Partys an der Mariengrotte, um die sich die 65-Jährige seit vielen Jahren kümmert, sagt sie: „Das ist nicht mehr lustig.“ Das gehe schon seit zwei Jahren so – und natürlich hätten nicht alle Jugendlichen, die sich dort aufhielten, zerstörerischen Blödsinn im Sinn.

Aber die wenigen, die die Umgebung mit Flaschen vermüllen und nun offenbar die Mariengrotte als Ziel auserkoren hätten, reichten aus, um ihr die Freude an dem Bau zu vergällen, den die Urgroßeltern ihres Mannes errichtet haben. Zum Schutz vor Randalieren habe die Familie sogar eigens ein Gittertor anfertigen lassen, dennoch hat Christine Winhart Angst, dass irgendwann die Grotte einmal brennen könnte. „Mir tut es um die leid, die hier beten und Kerzen anzünden“, sagt Winhart.

Nach Randalen an Mariengrotte: Eigentümerin reagiert - und lässt zum Schutz Gittertor anfertigen

Das Problem aus ihrer Sicht: die vom Verschönerungsverein aufgestellte Sitz- und Ruhebank neben der Mariengrotte, die offenbar in der Corona-Pandemie zum Partymagneten mutiert sei. Mehrfach sei sie mit dem Anliegen, die Bank deshalb zu entfernen, bei der Gemeinde abgeblitzt obwohl diese auf dem Grundstück der Familie aufgestellt sei. „Ich bin sauer“, sagt die Glonnerin. Auch die Polizei habe ihr keinen anderen Rat geben können, als die Bank entfernen zu lassen, um für Ruhe zu sorgen.

Bürgermeister Josef Oswald (CSU) weiß nach eigenem Bekunden erst seit wenigen Tagen von dem Problem. Aus seiner Sicht werde die Bank wohl weichen, auch wenn es schade sei. Wegen der Corona-Pandemie suchten Jugendliche solche abgelegenen Orte, um sich zu treffen. Manche schlügen dabei leider über die Stränge.

Corona-Partys an Mariengrotte: Ruhebank wird entfernt - Bürgermeister zeigt Verständnis für Ärger der Anwohner

Es seien aber nicht nur die Jugendlichen, die in Glonn Müll hinterließen. Bei einer Aufräumaktion an den Kinderspielplätzen seien zuletzt rund 30 weggeworfene Windeln gefunden worden. „Das waren wahrscheinlich keine Jugendlichen“, sagt der Bürgermeister und konstatiert: „Die Nerven liegen immer blanker.“

Was die Mariengrotte angehe, sei die Lage eindeutig: Die Ruhebank sei zwar vom Verschönerungsverein, stehe aber auf Privatgrund und werde entfernt, wenn das der Wunsch der Eigentümer sei. „Das finde ich sehr, sehr schade“, sagt der Bürgermeister. Die Bank sei auch bei Spaziergängern und Älteren beliebt. Er habe aber Verständnis für den Ärger der Anwohnerin. Sein Fazit: „Ein paar Wenige, die sich nicht benehmen können, schaden allen Anderen.“

Seit bekannt ist, dass die Wohnblöcke in der Grafinger Schloßstraße mal wieder den Eigentümer wechseln, sind die Mieter in Sorge. Sie fürchten um ihre Bleibe. Alle Nachrichten aus dem Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Ebersberg-Newsletter.

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