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5G heißt das Zauberwort, das Mobilfunk in Deutschland besser machen soll, hier auf der Hannover Messe.

Ebersberger Unternehmer klagen über schlechtes Netz

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Unternehmer im Landkreis Ebersberg sehen hier einen echten Standortnachteil: Die schlechte Qualität des mobilen Internets macht ihnen Sorgen.

Landkreis/Glonn – Die Netzanzeige des Smartphones zeigt „E“ an, ein Strich. Dann fällt das Netz ganz weg. In Herrmannsdorf bei Glonn ist das nichts Ungewöhnliches. Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten sind also ein gut gewählter Ort, wenn Handelskammer, Telekom und hiesige Geschäftsführer und Unternehmer über die „Mobilfunkinfrastruktur als Standortfaktor“ diskutieren. Denn keiner der anwesenden Firmenbosse ist mit der Internetversorgung im Landkreis zufrieden.

„E“ steht für EDGE, Enhanced Data Rates for GSM Evolution. Die meisten Landkreisbewohner übersetzen diese technisch überladenen Wörter einfach mit „schlechtem Empfang“. So unzufrieden wie viele Bürger sind auch Unternehmen in Oberbayern. Für 43,9 Prozent der befragten Firmen im Regierungsbezirk ist die Versorgung mobiler Datenübertragung unzureichend. Das geht aus einer Befragung der IHK vom Mai 2018 hervor.

Dringender Verbesserungsbedarf

Auch die Unternehmer des IHK-Regionalausschusses sind beim Treffen in Herrmannsdorf einig: Bei Highspeed-Internet besteht Verbesserungsbedarf. Ein Zauberwort heißt 5G. In der Handwerkstatt, wo Hobbyköche normalerweise halbe Schweine zerlegen oder Brot backen, referiert Udo Harbers von der Telekom über den neuen Netzstandart. 98 Prozent der Haushalte sollen bis 2025 5G-Technik genießen können. Sagt Harbers.

Sauer über Berichterstattung

Der Telekom-Mann ärgert sich über die Berichterstattung von 5G. Für die neue Technik brauche es keine große Masten, auf viele bestehende Mobilfunkstationen könnten die neuen Antennen angebracht werden. Von Vorteil sei, dass es in vielen bayerischen Gemeinden gut ausgebaute Glasfasernetze gebe. Die 5G-Mobilfunkanlagen müssten nämlich an die Glasfasernetze angeschlossen werden.

Für Unternehmen seien die sogenannten Campus-Netze interessant, so Harbers. Verschiedene Netze sollen auf eine zentrale Stelle zusammenkommen. Hohe Datensicherheit, vernetzte Maschinen, effizientere Produktionsabläufe verspricht die Telekom. Für den Landkreis ist das aber noch Zukunftsmusik.

Viele weiße Flecken auf der Karte

Ein Blick in die Netzausbau-Karte von Telekom zeigt: Vor allem in den Gemeinden Aßling, Moosach und Steinhöring gibt es viele weiße Flecken. Heißt: Kein 3G- (UMTS) und 4G-Netz (LTE). Das sind freilich keine Ortschaften mit vielen Unternehmen, sondern ländliche Gegenden. Dennoch führen hier viele Straßen durch, die Daten- und Telefonübertragung bricht oft ab. Aber auch Bauern haben Probleme: Moderne landwirtschaftliche Betriebe können ohne Datenverbindung keine Landmaschinen vernetzen.

Ähnlich ist es bei den anderen Netzbetreibern, Vodafone und Telefónica. Nur dass die weißen Flecken an anderer Stelle und größer sind.

Wieso tun sich die Netzbetreiber nicht zusammen, für ein flächendeckendes Netz? Also Vodafone-Kunden in Frauenneuharting, die auf das Netz der Telekom zugreifen? National Roaming heißt dieses Prinzip. Mobilfunkgeräte können sich so bei schlechtem Empfang im eigenen Netz automatisch mit einem besseren Netz eines anderen Betreibers verbinden.

Telekom: Das ist Quatsch

Das sei Quatsch, sagt Udo Harbers in Herrmannsdorf. Weil die Mitbewerber das Netz der Telekom nutzen würden, gebe es für sie keinen Anreiz, selbst zu investieren. Der Ausbau auf dem Land würde folglich zum Erliegen kommen. Die Stimmung des Telekom-Mannes ist nicht die beste. Langsame Genehmigungsverfahren für Antennen, die Versteigerungen der 5G-Lizenzen „eine Katastrophe“. So gehe es nur langsam voran.

Lesen Sie auch: Verbraucher erwarten viel von 5G-Smartphones

Wann es auf dem Hof in Herrmannsdorf ein gutes Mobilfunknetz gibt, bleibt offen. Bis dahin muss Karl Schweisfurth, Ex-Geschäftsführer der Werkstätten, zum Mobil-Telefonieren hinters Haus gehen. Da gibt’s nämlich Empfang.

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